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BDP-Präsident kann sich Niederlage nicht erklären

Der Präsident der bernischen BDP, Heinz Siegenthaler, kann sich die Niederlage seiner Partei bei den Grossratswahlen nicht erklären.

BDP-Präsident Heinz Siegenthaler muss eine schwere Schlappe akzeptieren.
BDP-Präsident Heinz Siegenthaler muss eine schwere Schlappe akzeptieren.
Adrian Moser

Er habe «keine Ahnung», wieso die BDP im Vergleich zu 2010 elf Mandate verlor.

Er könne höchstens Mutmassungen anstellen, sagte Siegenthaler nach Bekanntwerden der Sitzverluste. So habe die BDP-Wählerschaft eventuell nicht goutiert, dass die BDP bei den Regierungsratswahlen in einem bürgerlichen Viererpaket angetreten ist. Vielleicht hätten BDP-Wähler die Unabhängigkeit der BDP vermisst.

Bei den Wahlen von 2010 seien umgekehrt vielleicht die Wähler motiviert worden, wegen des Wettstreits der BDP mit der SVP für erstere zu votieren, sagte Siegenthaler weiter. Die Niederlage müsse nun noch analysiert werden.

Ihm falle aber auf, dass keine einzige BDP-Frau abgewählt worden sei, wogegen BDP-Männer aus dem Rat ausscheiden müssten. «Das ist ein spezielles Zeichen, das wir anschauen müssen». Siegenthaler ist «sehr enttäuscht» über das Resultat der Grossratswahlen.

GLP «wurde wahrgenommen»

Die bernische GLP-Präsidentin Franziska Schöni-Affolter bezeichnete den Wahlerfolg ihrer Partei als insgeheim erhofft, obwohl die Partei offizell nur acht Sitze als Ziel genannt habe. Die GLP hat im Vergleich zu 2010 sieben Sitze hinzugewonnen und kommt nun auf elf.

Dass die GLP weiter zulege, sei nicht auf den Reiz des Neuen zurückzuführen, ist Schöni überzeugt. Vielmehr habe die GLP die Chance gehabt, vor vier Jahren im Grossen Rat «auf einer grünen Wiese» anzufangen und sich im Kantonsparlament mit einem Mitte-Kurs bewährt. «Man hat uns wahrgenommen», sagt Schöni.

Resultat «ok» für SP-Präsident Näf

SP-Präsident Roland Näf bezeichnete das Grossratsresultat seiner Partei als «ok». Vor vier Jahren habe die SP Proporzglück gehabt, nun Proporzpech. Dass die SP zwei Sitze verlor, hat laut Näf auch damit zu tun, dass viele prominente SP-Grossratsmitglieder nicht mehr zur Wahl antraten oder antreten durften.

«Mehr als die Hälfte aller nicht wieder antretenden bernischen Grossratsmitglieder sind von der SP», sagt Näf.

Der SP-Präsident rechnet sich für die links-grüne Seite im Grossen Rat in der neuen Legislatur etwas mehr Erfolgschancen aus als in der noch laufenden. Schliesslich habe die GLP zugelegt, und die GLP-Leute hätten etwa in der grossen Spardebatte vom letzten November nicht immer mit den Bürgerlichen gestimmt.

SVP übertrifft Ziel

Der bernische SVP-Präsident Werner Salzmann bezeichnete es als erfreulich, dass seine Partei fünf Sitze dazugewonnen hat. Denn als Ziel hatte sich die SVP drei Sitzgewinne gesetzt, wie er im Gespräch mit TeleBärn in Erinnerung rief.

Im Hinblick auf die herben Verluste bei der BDP sagte Salzmann, dass es schmerzlich sei, wenn die bürgerliche Seite verliere. Wichtig sei aber vor allem, dass die Bürgerlichen mit insgesamt 85 Sitzen immer noch eine Mehrheit im Kantonsparlament stelle.

Müller (FDP): «Totgesagte leben länger»

Der bernische FDP-Vizepräsident Philipp Müller kommentierte die Resultate der Freisinnigen mit folgenden Worten: «Totgesagte leben länger». Nach Sitzen sei die FDP im Grossen Rat nun die drittstärkste Partei, fügte Müller an.

Erfreut äusserte sich EVP-Präsidentin Christine Schnegg über das Ergebnis ihrer Partei. Ihre Partei zähle zur Mitte und blicke mal nach links und mal nach rechts. Sie gehe davon aus, dass ihre Partei auch wieder gut mit der rot-grün dominierten Regierung zusammenarbeiten könne.

Grünen-Präsident Blaise Kropf sprach von einem Resultat der Stabilität. Seine Partei habe - mit Ausnahme von Bern - die Sitze meist verteidigen können. Im Grossen Rat werde sich nun die Frage stellen, wer mit wem gehe. Die Bürgerlichen hätten jedoch mit ihren 85 Sitzen eine deutliche Mehrheit, während Rot-Grün lediglich auf 52 Sitze komme.

SDA/hjo

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