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Bauarbeiten für das Thun-Panorama dauern länger

Das Dach des neuen Erweiterungstraktes des Thun-Panoramas hat sich verformt. Dies macht Anpassungen nötig, die den Abschluss der Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten um rund zwei Monate verzögern.

Die Eröffnung des Thun-Panoramas verzögert sich.
Die Eröffnung des Thun-Panoramas verzögert sich.
Peter Schneider, Keystone

Der erweiterte Ausstellungsbau wird voraussichtlich erst nach den Sommerferien, zusammen mit dem bis dahin ebenfalls restaurierten Rundgemälde, eröffnet, wie die Stadt Thun am Montag mitteilte.

Das über 200-jährige Thuner Panoramabild des Basler Künstlers Marquard Wocher ist seit vielen Jahren in einem schlichten Rundbau im Schadaupark untergebracht und kann dort besichtigt werden.

Nun soll dieser Thuner Kunstschatz wirkungsvoller inszeniert werden und mehr Besucher anlocken. Dazu kommt, dass das Rundbild in den letzten Jahren zunehmend Schaden nahm. Vor allem die Feuchtigkeit der Wintermonate setzten ihm zu.

Mit einer Spendenaktion wurde Geld für die Restaurierung des Gemäldes gesammelt. Die Stadt sprach 2012 Geld für die Renovation und den Ausbau des Ausstellungsgebäudes und für die Dauerausstellung. Die gesamten Kosten belaufen sich auf rund 3,3 Millionen Franken.

Tragfähigkeit nicht beeinträchtigt

Die Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten begannen im vergangenen Sommer. Inzwischen steht der Erweiterungstrakt im Rohbau. Eine Überprüfung zeigte nun, dass sich dessen Deckenplatte verformt hat, die Werte liegen ausserhalb der Bautoleranz.

Grund für die Verformung ist nach Angaben der Stadt eine stellenweise zu weich ausgelegte Armierung des Flachdachs. Das verantwortliche Ingenieurbüro hält fest, dass die Tragfähigkeit des Dachs nicht beeinträchtigt ist.

Die nötigen Anpassungen haben auf das äussere Erscheinungsbild des Gebäudes und dessen Nutzung keinen Einfluss. Die Arbeiten am bestehenden Teil der Rotunde und die Restaurierung des Gemäldes werden nicht beeinträchtigt.

Als nächstes steht die Sanierung der Fenster an, dann werden die Beleuchtung und die optische Inszenierung des Rundbildes erneuert. Anschliessend nehmen Fachleute die Restaurierung des Gemäldes in Angriff.

Blick ins Wohnzimmer der Vorfahren

Der Basler Künstler Marquard Wocher schuf das 38 Meter lange und 7,5 Meter hohe Rundbild der Stadt Thun und ihrer Umgebung zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Im Sommer 1809 skizzierte er in schwindelerregender Höhe das Panorama, auf einem Dach mitten in der Altstadt sitzend. Die Perspektive erlaubt einen intimen Blick in Wohnstuben, Schulzimmer und Gassen. Von den Altstadtgassen hebt sich der Blick schliesslich weit über die ganze Region.

Weltweit existieren noch 21 Panoramabilder, die vor 1900 entstanden sind. Hunderte Panoramen gingen verloren. In der Schweiz gibt es nebst dem Werk in Thun noch zwei andere bekannte Rundbilder, das Bourbaki-Panorama in Luzern und das Panorama der Murten-Schlacht.

SDA/gbl

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