Bald dreimal Staatsgeld für Erich Hess

Der SVP National- und Stadtrat will zurück in den Grossen Rat. Bei einer Wahl könnte er so insgesamt rund 160'000 Franken erhalten. Als Berufspolitiker sieht er sich dennoch nicht.

Erich Hess nimmt sich vor, auf drei Ebenen gleichzeitig zu politisieren.

Erich Hess nimmt sich vor, auf drei Ebenen gleichzeitig zu politisieren. Bild: Franziska Rothenbühler

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Erich Hess wird im Frühling für den Bernischen Grossrat kandidieren. Der Politiker der SVP bestätigte dies gegenüber der Plattform «Nau.ch». Sollte er gewählt werden, kann er sich auf einen hohen Beschäftigungsgrad freuen: Hess ist nämlich bereits Nationalrat und Berner Stadtparlamentarier.

Mit seiner Kandidatur wolle er die SVP auf der Wahlliste unterstützen. «Es ist noch nicht sicher, dass ich gewählt werde.» Sollte Hess, der aufgrund seiner bisherigen Wahlresultate gute Chancen haben dürfte, die Wahl gelingen, will er auf Kantonsebene mit gewohnten Themen politisieren: «Man soll bei der Reitschule einschreiten und in der Ausländerpolitik durchgreifen», sagt er. Für die Senkung von Steuern, Gebühren und Abgaben wolle er sich ebenfalls einsetzen.

Sein Lohn wird jedoch dadurch nicht gesenkt. Im Gegenteil. Im Durchschnitt bringen die drei Ämter zusammengerechnet einen Jahreslohn von rund 160'000 Franken ein. Je nach Beteiligung an Sitzungen und anderen parlamentarischen Tätigkeiten kann diese Zahl auch nach oben oder nach unten variieren. Zur Frage, ob er damit zum Berufspolitiker werde, meint Hess: «Berufspolitiker ist man erst, wenn die Politik den grössten Teil der Arbeitszeit und die Haupteinnahmequelle bildet.» Er sieht sich deshalb nicht als Abzocker: «Ich bin überall Milizparlamentarier.» Er verdiene sein Geld vor allem privat, den Zeitaufwand für die Politik habe er noch nie genau ausgerechnet. Mit guter Organisation könne er seinen anderen Tätigkeiten als Unternehmer und Lastwagenführer problemlos nachgehen. Gleichzeitig schaffe er es aber, seine hohe Präsenz an Sessionen aufrechtzuerhalten. «Leider komme ich aber nicht mehr so oft zum Lastwagenfahren.»

Seine Partei hat sich in der Vergangenheit öfters gegen hohe Politikergehälter eingesetzt. Ebenso verteidigt die SVP das Milizsystem im Politikbereich. Linke Parlamentarier kritisiert die Partei oft als «Berufspolitiker». Während seines Präsidiums der Jungen SVP Kanton Bern brachte sie in Biel eine Initiative durch, welche Gemeinderäten einen Lohndeckel verpasste. In Bern bekämpfte Hess' politischer Mitstreiter Thomas Fuchs (SVP) als Präsident des Steuerzahlerbundes hohe Löhne für Stadtangestellte.

Zwischen 2015 und 2016 hatte er die drei Ämter schon gleichzeitig besetzt. Im letzten Jahr trat er jedoch vom Amt des Grossrats zurück, um die Überschneidung von Sessionsterminen zu vermeiden. Unter anderem, weil man sich an Sitzungen vertreten lassen konnte, habe er jetzt keine Bedenken mehr.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.11.2017, 18:23 Uhr

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