Bahnen sollen Entscheid des Bundes akzeptieren

Der Kanton Bern wünscht weiter Gespräche zwischen SBB und BLS.

Wer fährt wohin. SBB und BLS streiten über die Fernverkehrskonzessionen.

Wer fährt wohin. SBB und BLS streiten über die Fernverkehrskonzessionen. Bild: Urs Jaudas

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die für das Verkehrsdossier zuständige Berner Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer (SP) «wünscht sich», dass die SBB und die BLS auch nach der Eingabe ihrer Konkurrenzofferten für gewisse Fernverkehrskonzessionen weiter eine Einigung suchen. Und: «Ich wünsche mir, dass die beiden Bahnen den Entscheid des Bundes akzeptieren.»

Wenn das Bundesamt für Verkehr (BAV) im Dezember entschieden habe, müssten die beiden Bahnen wieder zusammenarbeiten können, sagte Egger-Jenzer der Nachrichtenagentur sda am Freitag auf Anfrage. Die Regierungsrätin ist auch Mitglied des BLS-Verwaltungsrats, denn der Kanton Bern besitzt fast 56 Prozent der BLS-Aktien.

Zweitgrösster Aktionärin ist der Bund. Per Ende 2016 besass die Eidgenossenschaft knapp 22 Prozent an der BLS. Die SBB wiederum ist zu 100 Prozent im Besitz des Bundes.

Gespräche weiter möglich

Nach Einreichung der Konzessionsbegehren durch die Bahnen sind Verhandlungen auf Ebene des Bundes ausgeschlossen, wie BAV-Sprecher Gregor Saladin auf Anfrage erklärte. Während das Verfahren laufe, verbiete dies das Gesetz. Gespräche zwischen den beiden Bahnunternehmen, auch zum Thema Fernverkehr, seien jederzeit möglich. Solche Gespräche würde der Kanton Bern begrüssen, wie Regierungsrätin Egger-Jenzer sagte. «Was ich mir wünsche ist, dass die beiden wenigstens miteinander reden und aus ihrem Streitmodus herauskommen. Letztlich bringen uns nur Gespräche weiter.»

Nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen SBB und BLS im Frühjahr hatte sich der Kanton Bern unter Vermittlung des BAV im Sommer an Bundespräsidentin Doris Leuthard gewandt, «als wir gemerkt haben, dass im Streit um den Fernverkehr immer mehr Geschäfte miteinander vermischt wurden».

Egger-Jenzer nannte als Beispiel das Angebot der SBB an die BLS, statt der geplanten Werkstätte Chliforst bei Bern, die umstritten ist, gemeinsam die SBB-Werkstätte in Biel zu nutzen. Das Angebot gilt aber nur für den Fall, wenn die BLS auf die Fernverkehrslinien verzichtet.

Leuthard hatte sich jedoch nicht in die Belange des BAV einmischen wollen. Die Konzessionsvergabe ist Sache der Verwaltung. Die politischen Vorgaben wurden bereits im Gesetz geregelt.

Kanton würde von Aufteilung profitieren

Der Kanton Bern würde gleich doppelt profitieren, wenn die BLS den Zuschlag für die Intercity-Linien Interlaken-Bern-Basel und Brig-Bern-Basel sowie die RegioExpress-Linien Bern-Olten, Biel-Bern und Le Locle-Bern erhielte.

Zum Einen müsste der Kanton Bern weniger Linien für den Regionalverkehr bestellen und entsprechend dem Bund weniger dafür bezahlen. «Wenn wir Linien im regionalen Personenverkehr abgeben können, ist dies für den Kanton Bern positiv, weil wir weniger Abgeltungen bezahlen müssen.» Zudem könnte die BLS mit mehr Gewinn rechnen, weil der Fernverkehr als profitabler gilt, sagte Egger-Jenzer.

Ein Punkt gehe in der Debatte aber vergessen: «Bei den umstrittenen Linien geht es weiss Gott nicht um die Welt!» Es gehe um zwei Fernverkehrslinien der SBB und drei Regioexpresslinien. «Wir sprechen hier nicht von der Strecke Bern-Zürich-St.Gallen-Romanshorn», sagte Egger-Jenzer. (nj/sda)

Erstellt: 08.09.2017, 18:31 Uhr

Artikel zum Thema

SBB und BLS streiten weiter – nun muss der Bund entscheiden

Video Die SBB reichen ein Konzessionsgesuch für alle Fernverkehrslinien für die nächsten 15 Jahre ein. Eine Einigung mit der BLS ist nicht zustande gekommen. Mehr...

«Wir sind keine Abteilung der SBB»

Video Die BLS bleibt dabei: Sie will nach Basel und Brig fahren und bewirbt sich für eine eigene Fernverkehrskonzession. Mehr...

Newsletter

Jeden Morgen. Montag bis Samstag.

Die besten Beiträge aus der «Bund»-Redaktion. Jetzt den neuen kostenlosen Newsletter entdecken!

Blogs

KulturStattBern An der Sache vorbeigelärmt

Zum Runden Leder Budi reloaded

Werbung

Immobilien

Die Welt in Bildern

Bad Hair Day: Auch US-Präsidenten kann der Wind etwas zusetzen. Aber Donald Trump lässt sich beim Einsteigen in die Air Force One nicht beirren (22. September 2017).
(Bild: Aaron Bernstein ) Mehr...