Ausloten, was drin liegt

Regierungsrat Bernhard Pulver will in seinem Präsidialjahr mehr über die Potenziale des Kantons Bern herausfinden.

Bernhard Pulver ist seit 2006 Erziehungsdirektor des Kantons Bern.

Bernhard Pulver ist seit 2006 Erziehungsdirektor des Kantons Bern.

(Bild: Adrian Moser)

Der neue Berner Regierungspräsident Bernhard Pulver möchte in seinem Präsidialjahr herausfinden, wo die Zukunftspotenziale des Kantons liegen. Zu diesem Zweck wird er einmal pro Monat ein Diskussionsforum mit ausgewählten Fachleuten führen.

Den Anfang macht im Juli ein Hearing mit Professoren der Universität Bern. Danach folgen der Schulrat der Berner Fachhochschule, CEOs und Wirtschaftsverbände. Später wird Pulver Zukunftsforscher treffen, Unternehmer, die Kreativwirtschaft, Studierende der Hochschulen und Vertreter der Berufsbildung.

Medienvertreter sind an den Panels nicht zugelassen. «Die Leute sollen sich frei äussern können», sagte Pulver am Dienstag an einer Medienkonferenz. Die Hearings seien ergebnisoffen – was dabei herausschaue, wisse er nicht. «Es ist ein bisschen ein Abenteuer.»

Wandel steht an

Klar sei, dass in den nächsten Jahren ein grosser gesellschaftlicher, technologischer und wirtschaftlicher Wandel anstehe. Der Kanton Bern müsse sich – wie alle Regionen – diesen Herausforderungen stellen. Weil Bern im landesweiten Vergleich über unterdurchschnittliche Ressourcen verfüge, müsse er wissen, welche Bereiche grosse Wertschöpfung versprechen, Zukunftspotenzial haben und für den Kanton Bern geeignet sind.

In den letzten Jahren habe sich Bern bereits in verschiedenen Bereichen gut positionieren können, sagte Pulver. Er verwies unter anderem auf den Bau des Zentrums für Translationale Medizin, die Offensive in der Medizinausbildung und die Ansiedelung des Biotechnologie-Unternehmens CSL Behring in Lengnau.

Moutier «nicht matchentscheidend»

Pulvers Präsidialjahr begann am Wochenende mit einem Paukenschlag: Dem Entscheid Moutiers, den Kanton Bern zu verlassen. Pulver äusserte am Dienstag erneut Bedauern über den Ausgang der Gemeindeabstimmung. «Für mich ist das Zusammenleben zweier Sprachen und Kulturen in einem Kanton eine Gesellschaftsvision, die nicht nur in der Schweiz zukunftsweisend ist», sagte Pulver. Eine knappe Mehrheit von Moutier habe das anders gesehen, das sei schade. Letztlich sei das Ergebnis für den Kanton Bern aber «nicht matchentscheidend».

In einem Problem liege zuweilen auch eine Chance, sagte Pulver weiter. «Vielleicht wird sich das deutschsprachige Bern in Zukunft noch besser bewusst, welcher Schatz die französischsprachige Minderheit für uns ist.» Diesen Schatz «wollen wir unbedingt behalten und vielleicht noch besser unterstützen.»

Wahlen: Pulver hält sich bedeckt

In Pulvers Präsidialjahr fallen auch die Gesamterneuerungswahlen im kommenden Frühling. Ob Pulver erneut antritt, ist weiter offen. Er habe sich noch nicht entschieden, sagte der Grünen-Politiker auf Anfrage. Seinen Entscheid werde er nach den Sommerferien bekanntgeben. Pulver gehört der Regierung seit 2006 an.

db/SDA

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...