«Aufgetischt»: Wo Nicht-Vegetarier glücklich werden

Im Restaurant Bärli in Häutligen werden Eltern satt und glücklich, weil auch die Kleinen zufrieden sind. Nur Vegetarier haben dort einen schweren Stand.

Die Terasse des Restaurants Bärli in Häutligen bietet einen schönen Ausblick über das Aaretal.

Die Terasse des Restaurants Bärli in Häutligen bietet einen schönen Ausblick über das Aaretal.

(Bild: zvg)

Lisa Stalder

Der erste Besuch im Restaurant Bärli in Häutligen war reiner Zufall. Weil uns auf der Hauptstrasse von Münsingen nach Konolfingen ein Auto den Weg versperrte und auf dem Rücksitz die Forderungen nach etwas zu trinken immer lauter wurden, beschlossen wir in Tägertschi Richtung Häutligen abzubiegen und versprachen, beim ersten Restaurant am Weg Halt zu machen. Und so kam es, dass wir kurze Zeit später auf der Terrasse des Restaurants Bärli sassen, Kaffee und Sirup tranken, einen Nussgipfel assen und den wunderschönen Ausblick über das Aaretal genossen. Und schnell war klar, dass dieser erste Besuch nicht der letzte sein würde. Die Speisekarte hatten wir zwar noch nicht angeschaut, aber der umzäunte Spielplatz mit Schaukel, Rutschbahn und Spielhaus war Garantie dafür, auch den nächsten Kaffee ungestört geniessen zu können.

Heute soll es zur Abwechslung mal etwas mehr sein. Wir haben unser Kommen nicht angekündigt, eine Nachlässigkeit, die ins Auge hätte gehen können. Die Tischreihe entlang der Spielwiese ist für eine Festgesellschaft reserviert, und auch sonst sind etliche Tische besetzt. Vorwiegend von Velofahrern, die sich nach dem Aufstieg auf 770 Meter über Meer eine kleine Pause gönnen. Doch auch für uns gibt es ein Plätzchen. Allerdings steht unser Tisch zum Teil in der prallen Sonne. Noch bevor wir reagieren können, stellt Wirtin Kathrin Meisser, die das Bärli zusammen mit ihrem Mann Hans führt, einen weiteren Sonnenschirm auf.

Zeit, die Speisekarte zu studieren. Auf dieser, die teils auf Berndeutsch verfasst ist, dominiert die Emmentaler Küche. Neben dem geläufigen «Rahm-Schnitzu» («gfellig» gebratenes Schweinsschnitzel mit «sämiger Nidlesosse») gibt es für Bärli-Gäste zum Beispiel auch Nägelibode Lammigs («süüferli» gebratenes Lammrückenfilet mit «allem Cheibs vo Chrütli Sosse») oder Stumpe Fritzes Rindsrügge («e rächt abgsablete Bitz Rindsrügge us Bänzes Stall, derzue Gmüesigs usem Gärtli»). Vegetarier hingegen haben einen etwas schweren Stand, neben Suppen und Salaten kommt einzig «Gmüesschnitzu mit Gmüesigem u Ankenüdeli» infrage.

Bei dieser Hitze verzichten wir auf die deftige Emmentaler Kost und bestellen stattdessen einen Roastbeef-Teller sowie die Fischknusperli (je Fr. 21.–), beides wird mit Salat und Tartarsauce serviert. Dazu soll es eine Stange (Fr. 4.–) sein. Die Weinkarte, auf der vorwiegend Weine aus der Schweiz zu finden sind, werden wir beim nächsten Besuch berücksichtigen. Die Kita-Fraktion ist auf der Kinderkarte fündig geworden. Während einer kurzen Spielpause wurden die Chicken Nuggets mit Pommes frites (Fr. 9.50) und das Schnitzel mit Rahmsauce und Nüdeli (Fr. 11.–) ausgewählt.

Während wir noch auf das Essen warten, stellt die Bedienung Fleisch- und Käseplatten auf die Tische der Festgesellschaft nebenan. Diese sehen äusserst einladend aus, man ist versucht, sich unter die Gäste zu mischen. Doch das ist nicht nötig, werden doch auch unsere Speisen kurze Zeit später serviert. Die Teller sind schön angerichtet, Blumenblüten zieren den Salat. Auch geschmacklich haben wir nichts auszusetzen, das Roastbeef ist zart, die Fischknusperli werden ihrem Namen gerecht. Der Salat, eine Kombination aus Rüebli-, Sellerie-, Mais-, Linsen- und grünem Blattsalat, kommt hingegen etwas gewöhnlich daher. Die Kinderteller sind grosszügig gefüllt, auch manch ein Erwachsener wäre davon satt geworden. Positiv überraschen die Nuggets, in deren Innerem die Struktur des Pouletfleischs zu erkennen ist. Sie wurden also nicht aus einer undefinierbaren braun-gräulichen Fleischmasse geformt. Und der kleinen Testesserin schmecken sie «sehr, sehr guet».

Zum Abschluss gibt es für die Kinder eine Smarties-Glace (Fr. 2.–) und ein Wonder-Bibi (Fr. 5–), eine gelbe Plastikfigur, in deren Bauch ein Kübelchen Stracciatella-Glace und eine Überraschung schlummern. Wir Grossen teilen uns eine kleine Coupe Danmark (Fr. 7.50), ein äusserst angenehmer Abschluss. Wir werden wiederkommen, zum Zmittag oder auch nur auf einen Kaffee mit Nussgipfel – nicht zuletzt wegen des Spielhauses.

Der Bund

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