Auf dem Langenthaler Porzi-Areal soll ein Quartier entstehen

Früher stellte die Firma Geschirr für die ganze Schweiz her, doch das ist lange her. Nun sollen auf der Industriebrache Wohnungen entstehen.

Derzeit haben sich auf dem Areal Secondhandläden, Werkstätten und Ateliers eingemietet.

Derzeit haben sich auf dem Areal Secondhandläden, Werkstätten und Ateliers eingemietet.

Die Stadt Langenthal will auf dem sogenannten Porzi-Areal ein neues, vielfältiges Stadtquartier entstehen lassen. Gut hundert Jahre lang produzierte dort die Porzellanfabrik das in vielen Schweizer Haushalten und Gastrobetrieben benutzte Langenthaler Geschirr.

In den 1990-er Jahren ging es mit der «Porzi» bergab und die Produktion wurde nach Tschechien verlagert. Mit der Schliessung verloren rund 300 Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz und Langenthal einen wichtigen Industriebetrieb. Auf dem Areal der ehemaligen Porzellanfabrik befinden sich Bauten von industrie-, kultur- und bauhistorischem Wert. Entsprechend umsichtig müsse eine übergeordnete Planung erfolgen, wie der Langenthaler Gemeinderat am Donnerstag mitteilte. Mit einer Testplanung hat die Stadt einen ersten Schritt gemacht. «Die Testplanung zeigt auf, welch vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten das Areal bietet. Diese wollen wir bestmöglich nutzen im Sinne der Stadt und der Menschen in und um Langenthal», wird Stephan Anliker, Mitglied der Planergemeinschaft Porzi Langenthal, in der Mitteilung zitiert.

Auf dem ehemaligen Industrieareal soll ein Stadtquartier mit Begegnungszone und vielfältigen Nutzungen entstehen, wie der Gemeinderat schreibt. Die Bevölkerung soll sich am 21. Februar an einer öffentlichen Informationsveranstaltung über die Testplanung informieren lassen können.

Freiraum statt Renditedruck

Heute haben sich in den Produktionsräumen kleinere Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, Ateliers, Vereine und freischaffende Künstler angesiedelt. Ein Verein macht sich dafür stark, dass das Areal als Ort für Kleingewerbe und Kultur erhalten bleibt. Der Verein Porziareal möchte das Gelände nicht dem wirtschaftlichen Renditedenken aussetzen und strebt eine freiere Nutzung an.

Dazu braucht es aus Sicht des Vereins keine grossen und kostspieligen Eingriffe in das Areal. Vielmehr solle die bestehenden Gebäude möglichst sanieren und an heutige Standards, etwa bezüglich Energieeffizienz der Gebäudehüllen, herangeführt werden. Dies kann aus Sicht des Vereins effizienter, kostengünstiger und nachhaltiger erreicht werden dies bei als Rück- und Neubauten der Fall wäre, wie er auf seiner Homepage schreibt.

Und weiter: «Wir wollen ein möglichst umsichtig, mit Rücksicht auf den Bestand saniertes Areal. Damit bleiben die Investitionskosten eher tief und der wirtschaftliche Druck auf Bodenpreise und Mietzinsen bleibt eher niedrig.» Dieses Vorgehen ermöglicht aus Sicht des Vereins einen gewissen Freiraum, der auch eine nicht- oder geringkommerzielle Nutzung ermöglicht. Kommerziell interessante Nutzungen wie Wohnungsbau, Dienstleistung und Verkauf sollen ihren Platz erhalten, «dies aber mit Augenmass fürs Ganze.»

cse/sda

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