Auch ohne Moutier soll der Berner Jura seine zwölf Sitze behalten

Auch nach dem Kantonswechsel von Moutier soll der Berner Jura weiter einen garantierten Regierungssitz und zwölf Sitze im Parlament haben.

Auch wenn dem Berner Jura eigentlich bloss sieben Sitze zuspünden, behält die Region ihre zwölf Grossratssitze.

Auch wenn dem Berner Jura eigentlich bloss sieben Sitze zuspünden, behält die Region ihre zwölf Grossratssitze.

Franziska Schöni-Affolter (glp/Bremgarten) hatte die Grösse der sogenannten «Deputation» in Frage gestellt. Diese besteht aus drei Frankophonen aus dem Wahlkreis Biel-Seeland und aus zwölf Bernjurassiern. Die «Deputation» hat das Recht, getrennte Abstimmungen zu verlangen. Schon heute sei der Berner Jura im Grossen Rat massiv übervertreten, machte die Grünliberale geltend. Nach dem Wechsel von Moutier zum Kanton Jura habe die Region rein rechnerisch noch Anrecht auf sieben Sitze. Doch natürlich brauche es einen gewissen Minderheitenschutz. Angemessen seien daher zehn Sitze.

«Ja, es stimmt, der Berner Jura ist schon heute übervertreten», räumte Peter Gasser (PSA/Bévilard) ein. Doch die zwölf Sitze seien ein Privileg, das nötig sei, damit die Region ihre Stimme innerhalb des Kantons erheben könne. Minderheiten bräuchten einen besonderen Schutz, man dürfe die Sache nicht rein mathematisch betrachten.

«Ein Affront»

Schöni-Affolters Vorstoss blieb im Rat chancenlos. Tanja Bauer (SP/Wabern) etwa warnte vor einem «Affront» gegenüber dem Berner Jura. Der Region sei 2013 bei der Abstimmung über einen Grosskanton Jura versprochen worden, dass sie im Fall eines Verbleibs beim Kanton Bern weiterhin angemessen im Grossen Rat vertreten sein werde. Auch SVP, FDP, BDP, EVP, EDU und Grüne erteilten dem Anliegen eine Absage. Die Forderung sei völlig unsensibel. Man dürfe in der laufenden Kontroverse um den Kantonswechsel Moutiers nicht noch Öl ins Feuer giessen.

Sowieso sei die Moutier-Frage noch nicht in Stein gemeisselt. Bevor klar sei, ob die Abstimmung überhaupt gültig sei und wie lange ein allfälliger Kantonswechsel dauern werde, sei es zu früh, über die Frage zu diskutieren. Der Rat lehnte den Vorstoss auch in der Form eines Postulats klar ab - mit 132 zu 15 Stimmen bei 6 Enthaltungen.

Kein Frankophonen-Sitz

Inhaltlich ähnlich verlief die Debatte um einen Vorstoss des früheren Grossrats Nathan Güntensperger (glp/Biel). Er verlangte, dass ein Regierungsratssitz künftig nicht dem Berner Jura, sondern der frankophonen Bevölkerung des Kantons garantiert werde. Die Bernjurassier stellten ja nicht einmal die Hälfte der Frankophonen. Auch für dieses Anliegen hatte der Rat kein Gehör. Auf einem Umweg werde auch hier versucht, die Stellung des Berner Juras zu schwächen, hiess es. Der Vorstoss wurde mit 125 zu 15 Stimmen abgelehnt.

mon/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt