Asyl-Notunterkunft in Oberhofen wird geschlossen

Grund ist die sinkende Anzahl Asylgesuche.

Bleiben schon bald auch die Betten in der Berner Unterkunft Viktoria leer?

Bleiben schon bald auch die Betten in der Berner Unterkunft Viktoria leer? Bild: Valérie Chételat

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Da die Zahl der Asylgesuche weiterhin sinkt, schliesst der Kanton Bern die Notunterkunft in Oberhofen. Der Gemeinderat von Oberhofen will dem Kanton die Zivilschutzanlage voraussichtlich weiterhin als Reserve zur Verfügung stellen.

Die Verhandlungen zwischen Kanton und Gemeinde sollen in nächster Zeit stattfinden, wie die bernische Polizei- und Militärdirektion und die Gemeinde Oberhofen am Freitag mitteilten.

In der Folge der grossen Migrationsbewegungen nach Europa im Jahr 2015 wurden in der Schweiz knapp 40'000 Asylgesuche eingereicht. Der Kanton Bern musste, wie andere Kantone auch, laufend nach neuen Unterkünften suchen. Dank Unterstützung zahlreicher Gemeinden konnten Notunterkünfte, namentlich in Zivilschutzanlagen, eröffnet werden. Im Jahr 2016 lag die Zahl der Asylgesuche, entgegen der Prognose, deutlich unter dem Vorjahr. Dies führte dazu, dass eine grössere Zahl an Unterbringungsplätzen in den bernischen Kollektivunterkünften nicht besetzt ist.

Dazu kommt, dass Asylsuchende vorzugsweise in oberiridischen Unterkünften untergebracht werden. Die unteriridische Anlage in Oberhofen war dementsprechend weniger stark belegt. Die gegenwärtigen Bewohner ziehen nun in andere, oberirdische Unterkünfte.

Auf der Gemeindehomepage wurde verschiedentlich über das Leben in der Unterkunft berichtet, so etwa über die Aktivitäten zahlreicher Freiwilliger mit den Flüchtlingen oder über die Einsätze der Asylsuchenden bei der Sanierung von Waldwegen oder der Reinigung von Schulhausplätzen und Bushaltestellen. Gegen die Unterkunft gab es, zumindest am Anfang, aber auch Widerstand im Ort.

Mit der Aufnahme der Asylunterkunft Oberhofen in die strategische Reserve des Kantons könnte die Anlage im Fall eines erneuten, kurzfristigen Anstiegs der Gesuchszahlen rasch wieder in Betrieb genommen werden. (spr/sda)

Erstellt: 10.02.2017, 11:32 Uhr

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