Adelbodner Schwimmbadsanierung wird massiv teurer

In Adelboden ist eine erneute Schwimmbad-Abstimmung nötig. Das Sanierungsprojekt ist fast doppelt so teuer wie geplant.

Im Frühling 2016 gaben die Stimmberechtigten von Adelboden grünes Licht zur Sanierung des Schwimmbades Gruebi. Inzwischen ist klar: Das Projekt wird fast doppelt so teuer: 4,7 Millionen statt 2,6 Millionen Franken. Deshalb kommt die Sanierung am 26. November nochmals vors Volk.

Die «Komplexität der Sanierung» zwinge den Gemeinderat dazu, das Projekt dem Stimmvolk nochmals vorzulegen, teilte die Gemeinde Adelboden am Montag mit. Für Mehrkosten sorgt vor allem die aufwendige Technik. Sie ist nötig, um den permanenten Hangrutsch auszugleichen.

Das Gelände beim Schwimmbad bewegt sich jährlich um 1-2 Millimeter. Deshalb braucht es eine spezielle Überlaufsrinne. Diese müsse laufend justiert werden, damit der Wasserdurchlauf im Becken auch nach Jahren noch gleichmässig funktioniere, schreibt die Gemeinde weiter. Zudem brauche es den Ersatz sämtlicher Wasserleitungen. Ein weiterer Kostentreiber sei die Gewässerschutzzone, mit der die Quellfassung der Adelbodner Mineralquelle geschützt wird. So müssen die Zu- und Abfluss-Installationen des Gruebi-Bades ersetzt werden.

2011 sagte das Stimmvolk noch Nein

Die Adelbodner hatten erst im April 2016 einer auf 2,6 Millionen Franken veranschlagten Erneuerung zugestimmt. Das damalige Sanierungskonzept war von einer Interessengemeinschaft rund um den lokalen Schwimmclub entwickelt worden - dies, nachdem eine definitive Schliessung des Bades drohte.

In der Folge trieb eine Projektgruppe des Gemeinderates die vom Volk gutgeheissene Sanierung voran und «stiess dabei auf Zusammenhänge, die um einiges komplexer sind als bisher angenommen.» 2011 hatte das Adelbodner Stimmvolk ein erstes grosses Sanierungsprojekt verworfen.

Das Schwimmbad am Gruebi-Hang wurde in den 1930er-Jahren vom Architekten und Sportbauten-Pionier Beda Hefti (1897-1981) im Stile des «Neuen Bauens» entworfen. In den letzten Jahrzehnten wurde das Bad mehrere Male renoviert, laut Gemeinderat «nicht immer mit glücklicher Hand».

gbl/sda

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