Was die Kandidatur von Beatrice Simon für die SVP bedeutet

Nach dem Rückzug von BDP-Ständerat Werner Luginbühl ist es für die SVP einfacher, eine Kandidatur zu lancieren. Sie bleibt aber trotzdem im Nachteil.

Parteipräsident Werner Salzmann (Mitte) an der 100-Jahr-Feier der SVP.

Parteipräsident Werner Salzmann (Mitte) an der 100-Jahr-Feier der SVP. Bild: Franziska Rothenbühler

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Die SVP Kanton Bern hat bisher ihre Karten nicht auf den Tisch gelegt. Auch am Freitag, nachdem BDP-Ständerat Werner Luginbühl bekannt gegeben hatte, er trete im Herbst nicht wieder an, hielt sich SVP-Präsident Werner Salzmann bedeckt. «Wir entscheiden am Montag an der Delegiertenversammlung», sagte er auf Anfrage. Vor der Versammlung werde der Parteivorstand sich auf einen Vorschlag einigen.

Nichts geändert hat sich am Kandidatenpool, aus dem die SVP die Kandidatin oder den Kandidaten küren will, wie Salzmann bestätigte. Infrage kommen die amtierenden Nationalratsmitglieder, ausser Adrian Amstutz. Das sind acht Personen. Amstutz tritt Ende Jahr wegen Amtszeitbeschränkung aus dem Nationalrat zurück. Er hat bereits signalisiert, an einer Ständeratskandidatur nicht interessiert zu sein.

Ausgangslage für SVP klar

Für die SVP ist es nun einfacher, sich auf eine Kandidatur festzulegen, weil die Ausgangslage bekannt ist – zumindest in Bezug auf die ernst zu nehmende Konkurrenz. Werner Salzmann sagte, die SVP hätte am kommenden Montag auch dann eine Kandidatur bestimmt, wenn Werner Luginbühl noch länger mit seinem Entscheid zugewartet hätte. «Wir schauen dabei nur auf uns», sagte er. Tatsache sei, dass die SVP als grösste Partei im Kanton Bern Anspruch habe auf einen der beiden Berner Sitze im Ständerat.

Salzmann gehört als Nationalrat selber zum möglichen Kandidatenkreis. Weiter infrage kommen: Andreas Aebi, Manfred Bühler, Andrea Geissbühler, Erich Hess, Nadja Pieren, Albert Rösti und Erich von Siebenthal. Nicht infrage kommt damit Regierungsrat Christoph Neuhaus.

SVP im Nachteil

Bei den bernischen Ständeratswahlen steckt die SVP seit längerer Zeit in einer Zwickmühle. Anfang 2011, nachdem Simonetta Sommaruga Bundesrätin geworden war, gewann Adrian Amstutz zwar die Ersatzwahl. Er setzte sich in der Stichwahl gegen die damalige SP-Nationalrätin und heutige Berner Gemeinderätin Ursula Wyss durch. In der regulären Wahl Ende 2011, als es um beide Sitze ging, wurde er aber von SP-Kandidat Hans Stöckli verdrängt. Stöckli konnte seinen Sitz vier Jahre später auch gegen den Angriff von SVP-Nationalrat Albert Rösti klar verteidigen.

Bei den Ständeratswahlen, die im Majorzsystem erfolgen, ist eine SVP-Kandidatur bei der gegenwärtigen Konstellation im Nachteil. Ende 2011 wurde das deutlich: Im zweiten Wahlgang, wenn das relative Mehr zählt, schaukelten sich die BDP- und die SP-Kandidatur gegenseitig auf, während SVP-Mann Amstutz an Ort stehen blieb. Aufgrund dieser Erfahrung verzichtete Albert Rösti 2015 gleich auf den zweiten Wahlgang. (Der Bund)

Erstellt: 11.01.2019, 13:33 Uhr

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