«Wählbar»: Müslüm und Red Bull

Es ist Weihnachts- und Wahlkampfzeit. Darum haben wir für die Regierungsratskandidaten ein kleines Geschenk.

Welche «Geschenke» wohl unter dem Wahlkampfbaum zu finden sein werden?

Welche «Geschenke» wohl unter dem Wahlkampfbaum zu finden sein werden?

(Bild: Franziska Rotenbühler)

Adrian Schmid@adschmid

Oh du fröhliche, oh du selige, gnadenbringende Wahlkampfszeit. Das sagte man sich wohl bei der Stadtberner FDP, die es am Sonntag in der Altstadt auf die Weihnachtsshopper abgesehen hatte. Die Freisinnigen verteilten Lebkuchen mit Parteilogo und schenkten Glühwein aus. Eine schöne Bescherung! Wir geben aber noch einen obendrauf. Die Damen und Herren, die im März in den Regierungsrat gewählt werden wollen, erhalten ein kleines Weihnachtsgeschenk.

Der Finanzdirektorin Beatrice Simon (BDP) übergeben wir einen Fächer, damit sie bei der nächsten Spardebatte genügend Abkühlung hat – und nicht wie kürzlich ständig mit ein paar Zehnernoten in der Hand herumwedeln muss. Christoph Neuhaus (SVP) erhält einen Schirm, damit er künftig trocken bleibt, wenn er irgendwo im Kanton Bern einen Transitplatz für Fahrende eröffnen will und die Kritik der Dorfbevölkerung auf ihn niederprasselt. Volkswirtschafsdirektor Christoph Ammann (SP) schenken wir eine olympische Gold-Medaille, ein bisschen Bekanntheit kann nicht schaden. Für Pierre Alain Schnegg (SVP) gibts eine Müslüm-CD. Wenn er ständig am Aufräumen und Sparen ist, darf er es ruhig auch einmal «la bambele».

SP-Kandidatin Evi Allemann beglücken wir mit einer Packung «Evi Forte». Vor sechs Jahren verteilte sie im Nationalratswahlkampf diese Pastillen, bald wird sie sie selbst brauchen können – wenn sie es in der bürgerlich dominierten Kantonsregierung mit Schnegg und Co. aufnehmen muss. Die grüne Christine Häsler findet in ihrem Päckchen einen Scheinwerfer, damit sie aus Bernhard Pulvers Schatten heraustreten kann. Philippe Müller (FDP) erhält Red-Bull-Energydrinks für den Fall, dass er Regierungsrat wird. Er sagt nämlich, dies sei ein «Verschleissjob».

Für Michael Köpfli, Kandidat der Grünliberalen, packen wir eine Schere ein – damit er all die alten Zöpfe, die er im Kanton Bern abschneiden will, auch tatsächlich entfernen kann. Für Hans Kipfer (EVP) gibts schon zum Voraus eine Tafel Trostschokolade, so gering sind seine Wahlchancen. Und was bekommt Christophe Gagnebin? Um seinen Gegner schlagen zu können, erhält der SP-Kandidat aus dem Berner Jura eine Packung Schneckenkörner. Oh, du schöner Wahlkampfbaum.

Der Bund

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