Viele Überstunden bei den Kesb

Der Abbau von Überzeit bei den bernischen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) kommt nur ­schleppend voran.

Die Kesb und die Sache mit den Überstunden... Lösungen müssen her.

Die Kesb und die Sache mit den Überstunden... Lösungen müssen her. Bild: Urs Flueeler/Keystone

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Wer kündigt, kann zu Hause bleiben: Dies zeigt der Fall von Yves Abelin. Er hat per Ende Oktober seinen Rücktritt als Präsident der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Seeland erklärt.

Das war Anfang Mai. Kurz darauf legte er auch gleich seine Arbeit nieder. Denn er muss Überstunden und nicht bezogene Ferien abbauen, die sich in den letzten dreieinhalb Jahren angesammelt haben. Die Kesb Seeland wird derzeitig interimistisch geleitet. ­Abelins Nachfolge tritt im Oktober Liliane Zurflüh an, sie wurde kürzlich vom Regierungsrat ernannt.

Das Beispiel zeigt: Die Kesb haben nach wie vor ein Problem mit der Überzeit. «Die Langzeitguthaben sind hoch», sagt Andrea Weik, Leiterin des kantonalen Jugendamts. Dieses beaufsichtigt die Kesb. Den genauen Saldo gibt Weik nicht bekannt. Sie betont zudem, dass der Saldo alle drei Monate überprüft werde. Mit dem Abbau wurde Ende 2014 begonnen.

Die Kesb nahmen 2013 nach der Professionalisierung des Vormundschaftswesens im Kanton Bern ihren Betrieb auf. Bereits nach einem halben Jahr standen bei den rund 170 Angestellten 12'000 Überstunden zu Buche. Diese stiegen in der Folge weiter. Die Zeitguthaben befänden sich auf «hohem Niveau», steht im Kesb-Bericht, der vor einem Jahr erschienen ist. Gemäss Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP) gab es Leute, die 500 bis 800 Überstunden aufwiesen.

Er ruft dazu auf, geduldig zu bleiben. «Der Berg ist hoch, aber er wird abgebaut.» Druck macht dabei eine neue Regelung: Berner Kantons­angestellte dürfen ab diesem Jahr nur noch 50 Ferientage auf ihr Langzeitkonto übertragen. Bisher waren es maximal 125 Tage.

Keine Überzeit für Kaderleute?

Für SVP-Grossrat Ueli Jost sind die vielen Überstunden bei den Kesb ein «Übel», wie er sagt. Er räumt zwar ein, dass bei einer Gefährdungsmeldung die Kesb nicht sagen könnten, sie seien ausgebucht. «Die Kesb müssen aber vernünftiger werden.» Das gelte nicht nur für den Aufwand der Angestellten, sondern auch für die Massnahmen, die angeordnet werden. Eine Personalaufstockung kommt für ihn nicht infrage.

Zudem ist Jost dagegen, dass Kesb-Präsidenten oder andere Kaderleute in der Verwaltung Überzeit geltend machen können. «Ein Leiter einer Schreinerei kann das auch nicht.» Ab einer gewissen Lohnstufe müssten Überstunden bereits im Lohn enthalten sein. (Der Bund)

Erstellt: 29.06.2016, 11:12 Uhr

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