Unzufriedene Pflege-Studis in der Praxis beliebt

Trotz Kritik an der Pflegeausbildung: In den Betrieben sind die Pflegefachleute gefragt.

Auch wenn die angehenden Pflegefachleute die Ausbildung teilweise nicht schätzen: Als Abgänger des Berner Bildungszentrums Pflege sind sie auf dem Markt sehr gefragt.

Auch wenn die angehenden Pflegefachleute die Ausbildung teilweise nicht schätzen: Als Abgänger des Berner Bildungszentrums Pflege sind sie auf dem Markt sehr gefragt. Bild: zvg (BZ Pflege)

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Die Hälfte der angehenden Pflegefachleute ist mit ihrer Ausbildung im Berner Bildungszentrum (BZ) Pflege unzufrieden. Dies belegen die Auswertungen von periodisch erhobenen Evaluationen, welche der «Bund» gestern publik machte. Das BZ Pflege bildet jährlich Hunderte Studierende zu diplomierten Pflegefachpersonen aus. Die Ausbildung an der Höhere Fachschule (nicht zu verwechseln mit der Fachhochschule) legt dabei grossen Wert auf Praxiserfahrung: Angehende Pflegefachpersonen verbringen die Hälfte ihrer dreijährigen Ausbildung deshalb in Spitälern, Altersheimen, Psychiatrien oder einer Spitex-Organisation. Macht sich ihre Unzufriedenheit auch dort bemerkbar?

Beim Inselspital äussert sich der Direktor Pflege, Ulrich von Allmen, nicht zum Thema, weil er auch im Verwaltungsrat des BZ Pflege sitzt. Für Auskünfte zu dieser Institution verweist er an deren Direktion. Etwas gesprächiger ist die Domicil Bern AG, welche mehr als zwanzig Altersheime im Raum Bern und in Thun betreibt. Auf Stufe der Direktion sei «nichts Negatives» über die Qualität der Ausbildung im BZ Pflege bekannt, sagt auf Anfrage die Marketing- und Kommunikationsverantwortliche Esther Flückiger. «Wir arbeiten professionell mit diesen Fachleuten zusammen und haben keinen Grund, etwas zu beanstanden.» Das gelte sowohl für die Studierenden wie für jene, die nach der Ausbildung in Domicil-Heimen arbeiteten. Zufrieden mit den Unzufriedenen ist man auch bei der Spitex Bern. Jährlich absolvieren dort rund zehn Studierende des BZ Pflege ein 6-monatiges Praktikum. Insgesamt sei man mit den Studierenden des BZ Pflege zufrieden, sagt Geschäftsführerin Claudine Bumbacher. «Wir merken, dass die Lernenden einen soliden theoretischen Hintergrund mitbringen.» Auch zum Abbruch eines Praktikums sei es bislang nicht gekommen, sagt Bumbacher. Zur Organisation der Ausbildung am BZ Pflege wollte sich Bumbacher hingegen nicht äussern.

Pulver warb für Fusion

Für die hohe Unzufriedenheit ihrer Studierenden – die seit Jahren praktisch unverändert geblieben ist – wird von der Schulleitung und der Erziehungsdirektorin die Fusion von 2007 mitverantwortlich gemacht. Damals wurden insgesamt sieben Pflegeschulen zum heutigen BZ Pflege zusammengeschlossen; die früheren verschiedenen Standorte wurden bis auf Thun und Bern aufgegeben. Von dieser Zentralisierung, für die sich auch der damalige Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) stark engagierte, erhoffte sich der Kanton eine günstigere und bessere Ausbildung des dringend benötigten Pflegepersonals. Insgesamt erhoffte sich der Grosse Rat, der die Fusion bereits 2005 beschlossen hatte, ab 2011 jährliche Einsparungen von 15 Prozent. (Der Bund)

Erstellt: 10.01.2019, 20:28 Uhr

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