Unter Piraten

Jeden zweiten Montag trifft sich die Berner Kantonalsektion der Piratenpartei zum Stammtisch im Restaurant O’Bolles. Ein Abend bei den Piraten.

Piratenflagge an einer Delegiertenversammlung der Piratenpartei Schweiz. In Bern treffen sich die Freibeuter auch im O'Bolles.

Piratenflagge an einer Delegiertenversammlung der Piratenpartei Schweiz. In Bern treffen sich die Freibeuter auch im O'Bolles. Bild: Keystone

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Die Buddel voll Rum fehlt bei den Berner Piraten, stattdessen werden vorwiegend Panini und hausgemachter Eistee konsumiert. Auch fünfzehn Mann werden es nicht: Zu Beginn um 18.00 Uhr sind sie noch zu zweit, eine Stunde später finden sich sechs Personen am «Stammtisch», dem Treffen der Piratenpartei Bern.

Im Gegensatz zum Klischee des ländlichen Stammtisches zeigen sich die Piraten sehr offen, auch gegenüber dem Besuch aus der Medienwelt. Motiviert sind sie alle sechs, der Spass an der Auseinandersetzung mit der Politik ist ihnen anzumerken. Auf dem Tisch liegt eine aktuelle Ausgabe der Zeitung «Bund», obenauf ein Artikel über die Konflikte zwischen Bürgerlichen und Mitte zu den Stapi-Kandidaturen. Dies amüsiert die Piraten: «Eine wirkliche Schlagzeile wäre doch eine Kandidatur ohne Bedingungen», finden sie.

Abgesehen von der Stadtberner Politik wird eine breite Palette an Themen diskutiert: Von der Gründung einer europaweiten Piratenpartei geht es zu den Demokratiedefiziten der EU, von diesen dann zum Mangel an Transparenz im Schweizer Beschaffungswesen. Immer wieder taucht das Thema Videoüberwachung auf – auf lokaler Ebene eines der Lieblingsthemen der Piraten, bei dem sie kürzlich mit ihrer Einsprache in Thun von sich reden machten. Für eine Partei, die sich Datenschutz auf die Fahne geschrieben hat, natürlich ein Kernthema. Lehrreich wird das Treffen auch: Mit Infrarot-Kameras ist es offenbar möglich, selbst bei vermummten Personen Gesichtszüge erkennbar zu machen.

Auch eigene Aktionen werden angesprochen: Etwa ein eigener Wagen an der Street-Parade, oder ein geplantes piratisches «Aareböötle». Schnell schwenkt das Gespräch wieder um, und landet über Ecken und Enden bei einem Vergleich des Berner und Basler Standesamtes. Unterhaltsam wird es durchaus bei den Piraten, lehrreich ebenfalls, doch ist das Treffen eben vor allem eines: Eine Gruppe Männer trifft sich, trinkt etwas, und politisiert ein wenig - ein Stammtisch.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.07.2012, 12:13 Uhr

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