Universität Bern will Millionen von Milliardär Wyss

Die Universität möchte ein neues Forschungszentrum gründen. Das «Wyss Centre Bern» soll vom Berner Mäzen Hansjörg Wyss mit 100 Millionen Franken finanziert werden.

Das Hauptgebäude der Universität in Bern.

Das Hauptgebäude der Universität in Bern.

(Bild: Adrian Moser)

An der Universität Bern soll ein weltweit führendes Forschungs- und Umsetzungszentrum im Bereich Natur und Mensch entstehen. Zumindest wenn es nach dem Berner Regierungsrat und der Universitätsleitung geht. Dies heisst es am Freitag in einer Mitteilung.

Der Berner Unternehmer Hansjörg Wyss und seine Stiftung Wyss Foundation erwägen, in Zusammenarbeit mit der Universität Bern und dem Kanton Bern ein «Wyss Centre Bern» (WCB) zu lancieren. Dieses werde von der Vision geleitet, «dass Wohlstand und Schutz der Natur über eine nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen vereinbar sind.» Das WCB soll Forschung und Praxis in den Themen Klimawandel, Biodiversität und Landnutzung zusammenführen und konkrete Projekte im Bereich der nachhaltigen Ressourcennutzung umsetzen.

Bis im April 2019 erarbeitet die Universität Bern unter Einbezug des Kantons ein Finanzierungsgesuch im Umfang von 100 Millionen Franken, die man bei der Stiftung von Wyss einreichen will. Im Erfolgsfall würden sich die Universität und der Kanton über zehn Jahre mit je 50 Millionen Franken an diesem Zentrum beteiligen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat im Frühling einen entsprechenden Kredit.

Eine Milliarde für den Umweltschutz

Die Universität Bern will sich mit dem Gesuch einen gewichtigen Teil der Gelder sichern, die Wyss im November versprochen hat. Wyss will mit seiner Stiftung eine Milliarde Dollar für den Umweltschutz spenden. Mit dem Geld sollen Landstreifen und Meeresgebiete geschützt werden für bessere Luft und sauberes Trinkwasser.

Die Stiftung von Wyss finanziert bereits heute ein Forschungsprojekt an der Universität Bern. Mit dem Pilotprojekt soll unter anderem abgeklärt werden, ob ein von Wyss finanziertes Forschungszentrum funktionieren könnte.

Reich dank Firmenverkauf

Der in Bern geborene Bauingenieur und Manager Hansjörg Wyss ist mit der Orthopädiefirma Synthes reich geworden, die er an den US-Multi Johnson & Johnson verkaufte. Das Wirtschaftsmagazin Bilanz schätze sein Vermögen im vergangenen Jahr auf sieben bis acht Milliarden Franken.

Wyss schenkte bisher unter anderem der ETH Zürich und der Universität Zürich 120 Millionen US-Dollar für ein gemeinsames Forschungszentrum.

«Jeder von uns - Bürger, Philanthropen, Wirtschafts- und Regierungschefs - sollte sich über die enorme Kluft zwischen dem, wie wenig von unserer natürlichen Umwelt derzeit geschützt ist, und dem, was geschützt werden sollte, Sorgen machen», schrieb Wyss vergangenen Herbst. «Es ist eine Lücke, die wir dringend schliessen müssen, bevor unser menschlicher Fussabdruck die letzten verbleibenden wilden Orte der Erde verschlingt.»

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