«Teilweise kommen auch die Richtigen»

Die Vorlage bringt Nationalrat Hansruedi Wandfluh in die Zwickmühle.

Beschäftigt «deutlich unter 10 Prozent» Ausländer: Unternehmer und Nationalrat Hansruedi Wandfluh (SVP).

Beschäftigt «deutlich unter 10 Prozent» Ausländer: Unternehmer und Nationalrat Hansruedi Wandfluh (SVP).

(Bild: Valérie Chételat)

Matthias Raaflaub

Herr Wandfluh, ist die Masseneinwanderungsinitiative nun gut für den Kanton Bern oder nicht?
Es ist jedenfalls gut, dass das Thema aufs Tapet kommt und man darüber diskutiert. Auch für den Kanton Bern. Wir sind gleich betroffen wie alle anderen. Es kann nicht sein, dass jedes Jahr eine Bevölkerung der Grösse der Stadt Luzern oder St. Gallen in die Schweiz kommt; das ist langfristig nicht verkraftbar.

Im Nationalrat haben Sie der Initiative noch zugestimmt, aber für sie hinstehen wollen Sie trotzdem nicht?
Wie ich das schon einmal gesagt habe, schlagen in meiner Brust zwei Herzen. Als Unternehmer habe ich gerne eine grosse Auswahl bei der Besetzung von neuen Stellen. Andererseits kann ich es als verantwortlicher Politiker nicht hinnehmen, dass wir jedes Jahr eine so grosse Zunahme der Bevölkerung haben.

Laut der SVP «kommen die Falschen» in die Schweiz.
Teilweise stimmt es, dass die Falschen kommen. Teilweise kommen auch die Richtigen. Wir haben in unserer Firma auch ausländische Arbeitskräfte. Gute Leute zu finden, ist aber immer schwierig, sowohl im Ausland als auch in der Schweiz.

Ihre Firma hat in der Schweiz 300 Angestellte. Wie viele kommen aus dem Ausland?
Der Anteil ist relativ gering. Deutlich unter zehn Prozent. Das eine oder andere Mal rekrutieren wir Fachkräfte über das Internet aus dem Ausland. Das wird man auch tun können, wenn wieder Kontingente für die Zuwanderung gelten. Das gibt etwas Mehraufwand, aber der fällt nicht ins Gewicht.

Angenommen, das Volk stimmt der Initiative «Gegen Masseneinwanderung» am 9. Februar zu. Was ändert sich am Tag ihrer Umsetzung in Ihrem Unternehmen?
Ich nehme an, nicht viel.

Sie haben keine Angst, dass die bilateralen Verträge hinfällig würden?
Die Gegner behaupten, die EU werde die Verträge kündigen. Dieses Argument ist für mich aber nicht stichhaltig. Auch für die EU ist es interessant, geordnete Verhältnisse mit der Schweiz zu haben. Die SVP-Initiative gibt dem Bundesrat ein Mandat, die Personenfreizügigkeit neu zu verhandeln. Es würde neue Verhandlungen geben. Welche Resultate diese ergeben, wird man sehen.

DerBund.ch/Newsnet

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