Stadtberner sind in der Poleposition

Im Rennen um die FDP-
Ständeratskandidatur liegen die Stadtberner Adrian Haas und Claudine Esseiva vorne. Der Oberländer Peter Flück hat nur geringe Chancen.

Die möglichen Kandidaten der FDP: Adrian Haas, Peter Flück und Claudine Esseiva (v.l.).

Die möglichen Kandidaten der FDP: Adrian Haas, Peter Flück und Claudine Esseiva (v.l.). Bild: Valérie Chételat

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Am Mittwochabend entscheiden die FDP-Delegierten an ihrer Versammlung in Thun, wer die Partei in den Ständeratswahlkampf schicken wird. Zur Auswahl stehen die beiden Grossräte Adrian Haas und Peter Flück sowie Claudine Esseiva, Generalsekretärin der FDP Frauen Schweiz. Innerhalb der Partei wird der Vorschlag der Findungskommission von allen Seiten gelobt. «Alle drei repräsentieren einen Teil unserer DNA», sagt der Stadtberner Gemeinderat Alexandre Schmidt stellvertretend.

Flück hat viele Gegner

Dennoch läuft es auf einen Zweikampf zwischen Haas und Esseiva heraus, die beide in der Stadt Bern wohnhaft sind. Flücks Chancen sind gering, wie eine «Bund»-Umfrage bei diversen Partei­exponenten zeigt. Viele FDPler haben offensichtlich Flücks missglückte Ära als Kantonalpräsident nicht vergessen, die 2011 nach dem Debakel in den ­Nationalratswahlen endete. Flück habe partei­intern zu viele Gegner, heisst es etwa hinter vorgehaltener Hand. So erstaunt es auch nicht, dass in Flücks ­Lebenslauf, der im Zusammenhang mit seiner Ständeratskandidatur erstellt wurde, das Kantonalpräsidium mit keiner Silbe erwähnt wird. Immerhin kann der 57-jährige Ex-Nationalrat auf den Support aus dem Oberland, seiner ­Region, zählen. «Flück hat von allen Kandierenden die grösste Erfahrung auf kommunaler, regionaler, kantonaler und nationaler Ebene. Er ist auch der einzige Unternehmer», sagt Therese Klossner, Präsidentin der FDP Oberland.

Junge und Frauen für Esseiva

Derweil wird Claudine Esseiva von den Jungfreisinnigen und den FDP-Frauen unterstützt, die sich auch öffentlich hinter die Kandidatur der 35-Jährigen stellen. «Esseiva punktet vor allem mit gesellschaftsliberalen Themen», sagt Thomas Berger, Präsident Jungfreisinn Kanton Bern. Als berufstätige Mutter lebe sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Laut Marlen Bigler, Präsidentin der FDP Frauen, ist Esseiva «super für das Image der FDP». Denn entgegen dem weit verbreiteten Klischee engagierten sich auch in der FDP viele junge Frauen aktiv. Gewisse Kreise innerhalb der Partei wünschen sich dem Vernehmen nach ohnehin ein neues Gesicht. «Esseiva würde Pep in den Wahlkampf bringen», sagt Bernhard Eicher, Fraktionschef der FDP im Berner Stadtparlament.

Esseivas Handicap ist jedoch der im Vergleich zu den beiden Männern relativ geringe Leistungsausweis. Aktuell übt sie kein politisches Mandat aus. Sie ist auch erst vor einem Jahr in den Kanton Bern gezogen. Selbst innerhalb der kantonalen FDP ist Esseiva für viele noch eine Unbekannte.

«Politfuchs» Haas ist Favorit

Bei Adrian Haas sieht das anders aus. Der Chef der Grossratsfraktion und ­Direktor des Handels- und Industrie­vereins (HIV) ist innerhalb der FDP bestens vernetzt und wird von Parteikollegen immer wieder als «Politfuchs» bezeichnet. Der 54-Jährige ist der meistgenannte Favorit in Sachen Ständeratskandidatur. Allerdings kann er sich keineswegs siegessicher wähnen, Esseiva dürfte ihm dicht auf den Fersen sein. Nachdem der Nominationsprozess bei der FDP bislang in ruhigen Bahnen 
verlaufen ist, riecht es nun zumindest nach einer spannenden Delegierten­versammlung. (Der Bund)

Erstellt: 05.11.2014, 11:01 Uhr

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