Stadt-Land-Graben (ein bisschen) aufgefüllt

Es sind hauptsächlich die grösseren Gemeinden, die der Tramvorlage zum Durchbruch verholfen haben. Bemerkenswert ist auch die Zustimmung im Berner Jura.

Während der Berner Jura grosse Zustimmung für das Tram aussprach, hatten im Berner Oberland die Gegener der Initiative klar die Nase vorn.

Während der Berner Jura grosse Zustimmung für das Tram aussprach, hatten im Berner Oberland die Gegener der Initiative klar die Nase vorn.

(Bild: Valerie Chetelat (Archiv))

Rudolf Burger

Was allenthalben befürchtet worden war, ein Graben zwischen Stadt und Land, ist am Wochenende nicht eingetroffen: Mit 51,6 Prozent Ja haben die Stimmberechtigten des Kantons dem Kredit von rund 102 Millionen Franken für das Tram Ostermundigen zugestimmt. Die Grafik zeigt aber, das dieses Ja doch vor allem dank den grösseren Gemeinden zustande kam: Die Stadt Bern steuerte mit ihren 65,0 Prozent Ja-Stimmen einen grossen Teil zur knappen Zustimmung bei. Auch die nächstgrösseren Städte Biel und Thun nahmen an. Knapp fiel mit 52,1 Prozent die Zustimmung in Köniz aus. Köniz selber hatte die Pläne zum gescheiterten Tram Region Bern 2014 klar verworfen. Nun wollten die Könizerinnen und Könizer nicht gerade Spielverderber sein, waren aber doch skeptisch.

Etwas überraschend ist sicher ebenfalls, dass die Vorlage in Langenthal (62,5 Prozent Ja) und Burgdorf (59,1 Prozent Ja) sogar deutlicher angenommen wurde als in Ostermundigen (54,4 Prozent). Nicht beklagen können sich die Ostermundiger Tram-Befürworter auch über die Solidarität der Nachbarn: Mit Ausnahme von Belp (49,3 Prozent Ja) wurde der Vorlage in allen Berner Agglomerationsgemeinden zugestimmt. Insgesamt wurde sie jedoch von deutlich mehr Gemeinden abgelehnt als angenommen.

Zweimal, in Nods und Schüpfen, gab es ein Verhältnis von genau 50:50. Die Grafik, in der die Bevölkerungszahl und die Zustimmung zur Tram-Vorlage von links nach rechts tendenziell ansteigen, macht aber auch deutlich, dass es in einigen kleinen Landgemeinden Ja-Mehrheiten gab. Am ausgefallensten ist sicher das Resultat in der bernjurassischen Kleingemeinde Seehof (61 Stimmberechtigte), wo es mit 87,5 Prozent Ja die grösste Zustimmung überhaupt gab. Generell fällt auf, dass der Kredit auch in vielen grösseren bernjurassischen Gemeinden – so etwa in La Neuveville, Tramelan, Tavannes und St. Imier – angenommen wurde. In der grössten (noch) bernjurassischen Gemeinde hingegen, in Moutier, wurde die Vorlage mit 55,0 Prozent Nein abgelehnt.

Wenig Zustimmung im Oberland

Was für den Berner Jura gilt – mehrheitliche Zustimmung trotz grosser räumlicher Distanz – trifft für das Oberland dagegen nicht zu: Ja-Mehrheiten waren dünn gesät. Ein Ja zum Tram gab es etwa in Interlaken (53,2 Prozent), Saxeten (54,5 Prozent), Unterseen (51,8 Prozent) und Spiez (52,9 Prozent). In Saanen, der grössten Gemeinde im Simmental, gab es dagegen ein klares Nein: Nur etwas über 40 Prozent der Stimmenden waren für das Tram in der Agglomeration Bern.

Der Bund

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