Skywork war an der kurzen Leine

Die Finanzlage von Skywork war bereits seit Juni «sehr angespannt».

Schon im letzten Herbst ging die Fluggesellschaft beinahe Konkurs. Seither hielt das BAZL sie an der kurzen Leine.

Schon im letzten Herbst ging die Fluggesellschaft beinahe Konkurs. Seither hielt das BAZL sie an der kurzen Leine. Bild: Franziska Rothenbühler

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Skywork ist am Boden. Voraussichtlich nächste Woche entscheidet sich, ob das Konkursverfahren eingeleitet wird. Auf Anfrage wollte Skywork aus juristischen Gründen dazu keine Auskunft geben. Die Firma und das Gericht stünden aber in Kontakt. Dieses prüfe nun, ob der Konkurs zu eröffnen sei. Mit einem Entscheid ist voraussichtlich im Verlauf der nächsten Woche zu rechnen. Das Gericht bestätigt dies.

Das Konkursamt Bern-Mittelland wird erst nach der richterlichen Entscheidung aktiv. Es wollte zum laufenden Verfahren keine weiteren Auskünfte erteilen. Dass der Konkurs noch abgewendet werden kann, ist aber sehr unwahrscheinlich. Falls Skywork doch noch einen Geldgeber findet, könnte das Unternehmen den Konkursantrag theoretisch zurückziehen. Das Schweigen von Skywork deutet aber eher darauf hin, dass nicht einmal die Fluggesellschaft selbst mit einer solchen Rettung rechnet.

Zweifelhafter Aktiendeal

Keine Informationen gibt es auch zur Aktienkapitalerhöhung, die letzte Woche im «Handelsamtsblatt» publiziert wurde, aber bereits im Frühjahr stattgefunden hatte. Die Erhöhung des Aktienkapitals von 13,2 auf 27,7 Millionen Franken bedeutete jedoch keinen Zufluss von neuem Geld, sondern lediglich die Umwandlung von Schulden in Aktienkapital. Wenn es zum Konkurs kommt, werden die Eigner dieser Papier einen grossen Abschreiber machen müssen. Es ist zu vermuten, dass die Firma die Forderungen nicht mehr begleichen konnte. Warum die Schuldner einem solchen eher unvorteilhaften Deal zustimmten, dürfte daran liegen, dass sie nicht mehr damit rechneten, ihre Guthaben je wiederzusehen.

Wie viel bei der insolventen Aktiengesellschaft noch zu holen ist, bleibt vorerst unklar. Die Flotte von Skywork umfasst laut dem Luftfahrzeugregister zwar sieben Flugzeuge, doch nur eine Dornier-Turboprop-Maschine ist in Skywork-Besitz. Sechs Saab-2000-Maschinen gehören anderen Firmen und können von daher nicht verkauft werden.

An der kurzen Leine

Seit das Grounding im Herbst 2017 knapp abgewendet worden war, hatte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) das Unternehmen an der kurzen Leine gehalten. Das Unternehmen musste von nun an seine Zahlungsfähigkeit monatlich nachweisen. Das Ende war jedoch schon ab Juni absehbar. Laut Bazl-Mediensprecher Urs Holderegger war die Finanzlage der Airline schon damals «sehr angespannt».

Weshalb hat das Bundesamt also nicht schon vor rund zwei Monaten der Fluggesellschaft die Betriebsbewilligung entzogen? Skywork habe das Bazl damals noch mit einem potenziellen Hauptinvestor überzeugen können. Warum sich dieser dann auf einmal zurückgezogen hat, bleibt ein Rätsel. «Damit haben wir nicht gerechnet», sagt Holderegger auf Anfrage. Das Management von Skywork habe nach dem Absprung des Investors von sich aus den Entscheid getroffen, Insolvenz anzumelden. Das Bazl brauchte somit nicht mehr einzuschreiten.

Mit dem Grounding von Skywork verliert der Flughafen Bern einen Grossteil seiner Linienflüge: Was ist Ihre Meinung zum Grounding und zur Zukunft des Flughafens? Diskutieren Sie mit unter stadtgespraech.derbund.ch. (Der Bund)

Erstellt: 31.08.2018, 20:38 Uhr

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