Showdown im Showroom

«Wir haben es geschafft!» Hannes Flückiger, der Vater des Volksvorschlags, feierte den Sieg in seiner Autogarage in Auswil.

Genugtuung für Hannes Flückiger, Vater des Volskvorschlags.

Genugtuung für Hannes Flückiger, Vater des Volskvorschlags. Bild: Thomas Reufner

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Zufriedenheit und Freude herrschte gestern im oberaargauischen Auswil. Der selbst ernannte Robin Hood der Autofahrer, der Garagist Hannes Flückiger, der den Volksvorschlag initiiert hatte, lud Freunde und Sympathisanten zum Abstimmungsfest in den Ausstellungsraum seiner Garage. Zwischen 20 und 30 Personen unterschiedlichen Alters waren seiner Einladung gefolgt.

Gegen halb sechs begab sich der Fünfzigjährige in sein Büro, um die neuesten Abstimmungsresultate zu studieren. Kurze Zeit später kehrte er zurück und erklärte strahlend: «Wir haben es geschafft!» Jubel und Applaus brandeten ihm entgegen – und die Sektkorken knallten. Erleichterung allerorten, aber keine Ausgelassenheit. Das hätte auch nicht zu Flückiger und seiner Entourage gepasst, die sich durch Bescheidenheit und Bodenständigkeit auszeichnen.

Das Ergebnis war deutlich ausgefallen: 53,6 Prozent Ja-Stimmen für seine Vorlage, mit der die Autosteuern im Kanton Bern um ein Drittel gekürzt werden. Bei der letzten Abstimmung vom 11. Februar 2011 war der Volksvorschlag nur hauchdünn, mit 134 Stimmen, bei der Stichfrage vor der Ecotax-Vorlage des Grossen Rats gelegen. «Der aktuelle Sieg ist der schönere», sagte Flückiger aber gestern. «Dieser Sieg ist eine klare Bestätigung.» Und: Er, Flückiger, sei überrascht vom jüngsten, klaren Ergebnis. Manchmal sei er nämlich zugegebenermassen skeptisch gewesen, ob er und seine Helfer es nochmals schaffen würden.

Mit dem Steuergeld sorgsam umgehen

Was aber hat den Ausschlag gegeben? Flückiger sagte, dass er vom juristischen Hickhack um die Nachzählungen und die erneute Abstimmung profitiert habe: Beim zweiten Mal hätten «viel mehr Menschen besser Bescheid gewusst», um was es beim Volksvorschlag eigentlich gehe. Die Abstimmungskampagne sei aber gleich geblieben wie 2011. Sie sei vielleicht etwas engagierter geführt worden. So hätten seine Helfer beispielsweise jede Garage im Berner Jura abgeklappert, deren Inhaber informiert und mit reichlich Abstimmungsmaterial versorgt.

Dass sich der Kanton Bern in der aktuellen finanziellen Situation seinen Volksvorschlag gar nicht leisten kann, weiss auch Flückiger. Er könne sich vorstellen, dass der Kanton versucht sein könnte, deshalb an der Steuerschraube zu drehen. Er sei aber der Meinung, dass immer noch genug Geld vorhanden sei – man müsse halt mit dem Steuergeld sorgsam umgehen. Die 100 Millionen Franken an Steuerausfällen seien Geld, das beim Bürger bleibe. Dieser entscheide selber, wofür er es ausgebe – eine volkswirtschaftlich sinnvollere Lösung, als das Geld nach Bern zu schicken, sagt Fückiger.

Flückiger bleibt dabei: Er werde keiner Partei beitreten – und trotz des Erfolges werde er auch keine eigene Partei gründen. Er habe andere Aufgaben, sagt der Garagist und verweist auf sein Geschäft mit 45 Mitarbeitern und seine Familie. Doch ganz aus der Politik wird er sich wohl nicht heraushalten, denn auf seiner Internetseite www.nichtmituns.ch verspricht er, sich einzumischen, wenn es darum gehe, etwas fürs Volk zu machen. (Der Bund)

Erstellt: 24.09.2012, 07:27 Uhr

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