Schulweg soll zum Veloweg werden

Schülerinnen und Schüler fahren immer weniger mit dem Velo zur Schule. Seit zehn Jahren wird versucht, dem Velo auf dem Schulweg mehr Gewicht zu geben.

Die Schülerinnen und Schüler sollen zum Velofahren motiviert werden.

Die Schülerinnen und Schüler sollen zum Velofahren motiviert werden. Bild: Céline Rüttimann

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Alle Kinder müssen ihn vor dem Unterricht bewältigen: den Schulweg. Wie sie den zurücklegen, darüber sind sich die Erwachsenen nicht einig. Aus Sicherheitsgründen bringen Eltern ihre Sprösslinge oft mit dem Auto zur Schule. Die Kantonspolizei Bern und der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) stören sich daran und plädieren dafür, dass die Kinder zu Fuss gehen. Pro Velo Schweiz versucht dagegen mit der Kampagne «Bike2school», die Kinder dazu zu motivieren, doch mit dem Velo zur Schule zu fahren. Denn das sei viel gesünder, mache selbstständiger und fördere die Konzentration. «Die Kinder bewegen sich heute viel weniger als früher», sagt Yvonne Müller, Projektleiterin von «Bike2school». Wegen Elterntaxis und dem ausgebauten öffentlichen Verkehr liessen die Schülerinnen und Schüler das Velo eher links liegen. Deshalb brauche es das Projekt dringend, findet Müller.

Ein Anreizsystem

Wenn eine Schulklasse am Projekt teilnimmt, sammelt jedes Kind Punkte pro Kilometer, die es auf dem Weg zur Schule mit dem Velo zurückgelegt hat. Nach vier Wochen werden die Punkte in der Klasse zusammengerechnet. Die Klasse, welche am meisten Punkte erzielt hat, erhält von Pro Velo Schweiz einen Preis. Heuer feiert das Projekt sein 10-Jahr-Jubiläum. Wenn Müller Bilanz zieht, ist sie zufrieden. 36’000 Kinder haben bereits an der Aktion teilgenommen. Ihre Erfahrung zeige, dass die Kinder nach den vier Wochen weiterhin vermehrt Velo fahren würden. «Man gewöhnt sich so schnell daran.»

Mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren, ist zwar gesund, birgt je nach Strecke aber auch Risiken. «Wenn die Kinder regelmässig Velo fahren, lernen sie schon früh das richtige Verhalten im Verkehr», sagt Müller. So könne man auf stark befahrenen Strecken auch versuchen, einen Umweg durch ein ruhiges Quartier zu nehmen. Für jüngere Kinder sei der Fussweg aber idealer. Weil Kinder ihre kognitiven Fähigkeiten erst entwickeln, läuft das Projekt auch erst ab der 4. Klasse. In dem Alter können die meisten bereits die Gefahren des Verkehrs abschätzen. «In dieser Zeit machen sie ja auch die Veloprüfung», sagt sie. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.09.2017, 15:01 Uhr

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