Run auf YB-Abos vor den Champions-League-Knüllern

Wer keine Dauerkarte hat, braucht Glück, um eine Partie der Königsklasse im Stadion verfolgen zu können.

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Noah Fend@noahfend

In der rot-grünen Stadt Bern dominiert derzeit Gelb-Schwarz. Sinnbildlich dafür wurde gestern Nachmittag im Erlacherhof die Mannschaft der Berner Young Boys knapp 19 Wochen nach dem Gewinn der Schweizer Meisterschaft von der Stadtregierung offiziell empfangen. Die Gemeinderäte liessen sich Fan-Shirts signieren, schossen Erinnerungsfotos und schienen in diesem Moment mehr Anhänger als Politiker zu sein.

Die riesige YB-Euphorie ist in diesen Tagen jedoch nicht nur im Erlacherhof zu spüren. Nach dem Meistertitel wurde der makellose Saisonstart von YB letzte Woche von der geglückten Qualifikation für die Champions League gekrönt. Seitdem nun bekannt ist, dass YB da auf Manchester United, Juventus Turin und Valencia trifft, steht die Berner Fussballwelt kopf.

Eine ganz spezielle Champions-League-Saison wird es zum Beispiel für den 24-jährigen Studenten Nicolas aus Bern: In seiner Brust schlägt nicht nur ein gelb-schwarzes, sondern auch ein schwarz-weisses Herz. Als grosser und langjähriger Fan von YBs Gruppengegner Juventus Turin will er die Partie unbedingt im Stadion mitverfolgen. «Meine Mannschaft in meiner Stadt an einer Champions-League-Partie zu sehen, wäre für mich natürlich ein Traum», so der Student. Ob dieser Traum für ihn Realität wird, ist derzeit aber fraglich.

Verkauf in vier Runden

Der junge Student besitzt keine YB-Dauerkarte und wird deshalb im Ticketvorverkauf nicht priorisiert. Dieser beginnt für die Inhaber einer Dauerkarte und für Gönner des Vereins heute Morgen um 9 Uhr. Weil Anhänger mit Saisonabo nicht nur früher, sondern auch günstiger zu Eintritten kommen, wurden seit letzter Woche nochmals 2000 Dauerkarten verkauft, wie YB auf Anfrage mitteilt.

Insgesamt können sich heute somit 17800 Personen ihre Billette für alle drei Heimspiele im Stade de Suisse sichern. In drei weiteren Runden des Vorverkaufs werden dann bis Mitte September rund 30000 Eintritte verkauft. «Die Chance für Personen ohne Dauerkarte, einzelne Tickets zu erwerben, wird vermutlich sehr klein sein», meint Stefan Stauffiger, Mediensprecher von YB. Nicolas will es trotzdem versuchen: «Ich werde alles unternehmen, um am 12. Dezember gegen Juventus im Stadion zu sein.»

Wenig Platz für grosse Spiele

?Für den Studenten Nicolas wird es kein einfaches Unterfangen, zumal gegen Juventus vermutlich auch viele ins Stadion pilgern, um Christiano Ronaldo zu sehen, der bei Juventus unter Vertrag ist. «Momentan bin ich noch zuversichtlich. Wenn ich aber nicht im Stadion sein könnte, viele Ronaldo-Modefans aber schon, täte das schon sehr weh.» So wie ihm dürfte es auch vielen anderen gehen.

Für eine so grosse Euphorie reichen 30000 Plätze kaum aus. «Wir werden wohl keine Probleme haben, das Stadion zu füllen», sagt auch Stefan Stauffiger. Bevor sich der stressige Ansturm auf die Tickets in grosse Stimmung im Stadion verwandeln kann, wird es nun für die YB-Geschäftsstelle noch einige Zeit hektisch weitergehen. «Den Überblick und die Ruhe zu behalten, ist in diesen Tagen eine Herausforderung für unsere Mitarbeitenden. Insgesamt ist es aber eine wunderbare Geschichte», so Stauffiger.

Der Bund

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