Publibike steht auch in Freiburg still

Nach Bern und Zürich zieht der Veloverleiher nun auch in Freiburg sämtliche Fahrräder ein. Wann die Schlösser nachgerüstet sind, bleibt offen.

Gähnende Leere: Publibike-Station in Bern.

Gähnende Leere: Publibike-Station in Bern. Bild: Adrian Moser

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In Bern hat es angefangen, dann schwappte das Problem nach Zürich über: Reihenweise wurden in den beiden Städten die Fahrräder des Veloverleihers Publibike geknackt, entwendet und dann irgendwo stehen gelassen. Die Schlösser liessen sich kinderleicht öffnen. Seit bald zwei Wochen steht der Betrieb in beiden Städten deshalb still; die Velos wurden eingezogen und warten seitdem darauf, dass die mangelhaften Schlösser nachgerüstet werden.

In den anderen sechs Netzen blieb es dagegen überraschenderweise ruhig. Bis jetzt. Denn nun wurden auch in Freiburg Velos entwendet. Publibike bestätigte gestern eine entsprechende Meldung auf der Nachrichtenplattform Twitter: «Auch das Netz in der Stadt Freiburg ist von unrechtmässigen Entwendungen betroffen.» Die Postauto-Tochter betreibt in der Universitätsstadt an der Saane ein Verleihnetz mit neun Stationen und 100 Velos – davon 75 E-Bikes.

Nun reagiert Publibike rasch

Während Publibike in Bern nach den ersten Entwendungen noch mehrere Wochen zuwartete, ehe die Velos eingezogen wurden, reagiert das Unternehmen in Freiburg rasch. Das Netz wird per sofort stillgelegt, und die Velos werden eingezogen, bis die Schlösser aufbruchsicher sind, wie Publibike gestern mitteilte. In Bern musste das Unternehmen schmerzlich feststellen, was passieren kann, wenn man bei solchen Problemen nicht umgehend handelt: 36 Fahrräder blieben trotz Suchaktion und Hinweisen aus der Bevölkerung bislang verschollen.

Die restlichen fünf Netze – Lausanne, La Côte, Lugano, Sion und Sierre – bleiben bis auf Weiteres aktiv. Obwohl überall derselbe Schlosstyp verbaut wurde, gebe es dort bis jetzt keine grosse Anzahl an unrechtmässigen Wegnahmen von Velos, sagt Postauto-Sprecherin Valérie Gerl. Gleiches hiess es vor wenigen Wochen allerdings auch von Freiburg.

Prioritär sollen die Schlösser in Bern, Zürich und Freiburg nachgerüstet werden. Die anderen Netze folgen. Wann Publibike die stillgelegten Netze wieder in Betrieb nimmt, ist nach wie vor unklar. Man arbeite an einer raschen Lösung und werde zu gegebener Zeit über den Neustart orientieren, hiess es gestern seitens des Unternehmens.

Ein Thema im Bundeshaus

Auch im Bundesparlament wird Publibike zum Thema. Der Waadtländer FDP-Nationalrat Olivier Feller wird laut «20 Minutes» in der Herbstsession eine Interpellation einreichen, in der er unter anderem die Fragen stellt: «Wie kann das Unternehmen Publibike, dessen Kapital 200000 Franken beträgt, Millionenverluste anhäufen und weiterhin massiv investieren? Wer sind die grosszügigen Geldgeber hinter diesem unrentablen Unternehmen?»

Zwischen 2012 und 2015 hat das Unternehmen insgesamt ein Minus von fast 4 Millionen Franken geschrieben. Aktuellere Zahlen gibt das Unternehmen nicht bekannt. Gemäss einer Analyse des «Bund» dürfte der Jahresverlust aktuell bis zu 3 Millionen Franken betragen. (Der Bund)

Erstellt: 04.09.2018, 11:27 Uhr

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