Oberländer verbuchen Teilerfolg in Spitaldiskussion

Im Simmental und im Saanenland bangt die Bevölkerung um eine ausreichende Gesundheitsversorgung. Im Kantonsparlament konnten die Oberländer Grossräte nun aber Teilerfolge feiern.

Hans Rösti (m.) und die SVP-Fraktion haben ihre Forderungen im Kantonsparlament teilweise durchsetzen können.

Hans Rösti (m.) und die SVP-Fraktion haben ihre Forderungen im Kantonsparlament teilweise durchsetzen können.

(Bild: Manuel Zingg)

Die Berner Oberländer Grossräte haben im Kantonsparlament am Dienstag Teilerfolge verbucht. Das Parlament überweis verschiedene ihrer Forderungen zur Gesundheitsversorgung im Simmental und Saanenland. Eine der Forderungen zielte darauf ab, dass die Bevölkerung im Notfall nicht weiter als 50 Kilometer bis zum nächsten Spital hat. Die Regierung muss nun prüfen, ob und wie dies allenfalls möglich ist.

Eine andere Forderung zielte auf die sogenante Hilfsfristregel 90/ 15 ab. Diese besagt, dass 90 Prozent die Bevölkerung im Notfall innerhalb von 15 Minuten erste Hilfe erhalten müssen. Die Regierung muss nun eine solche Regelung für Randregionen prüfen. Im Saanenland und im Oberen Simmental soll diese Regel zwingend umgesetzt werden, sobald das Spital Saanen geschlossen wird.

Zusatzfinanzierung klären

Ebenfalls prüfen muss die Regierung Fragen zur Zusatzfinanzierung von Spitälern in Randregionen. Dabei geht es darum, dass der Kanton dafür aufkommt, wenn für die Gesundheitsversorgung notwendige Spitäler auf dem Land nicht kostendeckend arbeiten können.

Die Regierung signalisierte zumindest verhaltene Zustimmung. Eine Zusatzfinanzierung, nur um ein Spital aus regionalen Interessen heraus zu erhalten, liege allerdings nicht drin, machte die Regierung klar.

Angst um Gesundheitsversorgung auf dem Land

Die Vorstösse der Oberländer Grossräte stammten aus den Reihen der SVP und der BDP. Damit wollten sie verhindern, dass in Randregionen «Wüsten» im Gesundheitswesen entstehen. Ausgangspunkt der zahlreichen Forderungen ist die Situation im Simmental und Saanenland.

Nach langem Hin und Her wird nun das Spital Saanen gegen Ende Jahr geschlossen. Das Spital Zweisimmen bleibt offen, bis klar ist, wie die Gesundheitsversorgung in der Region aussehen soll. Dazu wurde ein Pilotprojekt gestartet.

Würde auch Zweisimmen geschlossen, hätten Teile der Bevölkerung im Saanenland einen über 70 Kilometer langen Weg ins nächste Spital im Kanton Bern. In der Region setzt man deshalb alles daran, dass der Standort Zweisimmen erhalten bleibt.

Kein «Heimatschutz»

Die Motionäre aus dem Berner Oberland wollen ihre Forderungen aber nicht als «Heimatschutz» verstanden wissen. Mit ihren Vorschlägen zielten sie weit übers Oberland hinaus, betonten die Vorstösser unisono.

Denn im Simmental und Saanenland werde im Rahmen eines Pilotprojekts erarbeitet, welche Gesundheitsversorgung der Kanton im ländlichen Raum anbieten wolle. «Das könnte dereinst auch im Berner Jura oder im Emmental von Belang sein», betonte etwa Enea Martinelli (BDP/Interlaken).

mer/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt