Nur noch fünf Destinationen werben fürs Bernerland

Ab 2013 werben nur noch fünf statt wie bisher zehn Tourismus-Destinationen für einen Aufenthalt im Kanton Bern.

Bleibt eine von fünf beworbenen Destinationen: Das Jungfraujoch.

Bleibt eine von fünf beworbenen Destinationen: Das Jungfraujoch.

(Bild: Valérie Chételat)

Ab dem kommenden Jahr werben im Kanton Bern nur noch fünf statt wie heute zehn Destinationen im In- und Ausland für einen Aufenthalt im Bernbiet. Im Berner Oberland sind die entsprechenden Zusammenschlüsse im Gang.

Die Tourismusorganisationen von Adelboden-Frutigen, Lenk- Simmental und Kandertal haben die neue Destination Berner Oberland Mitte gegründet. Und die Destinationen Interlaken, Jungfrau-Region und Haslital vereinbarten ebenfalls eine Zusammenarbeit, wie der bernische Regierungsrat am Montag mitteilte.

Der Verein Thun-Thunersee Tourismus hatte schon in der vergangenen Woche bekanntgegeben, er wolle sich per Anfang 2013 mit Interlaken Tourismus respektive mit der neuen Organisation in dieser Region zusammenschliessen.

Ab 2013 gibt es somit im Kanton Bern nur noch die Destinationen Interlaken-Jungfrau-Haslital, Berner Oberland Mitte, Gstaad- Saanenland, Bern sowie Jura/Drei-Seen-Land. Zur Destination Bern gehören nebst Stadt und Region Bern auch das Emmental und der Oberaargau.

Pro Destination eine Millionen Übernachtungen

Die Zusammenschlüsse im Berner Oberland kommen nicht überraschend. Der bernische Regierungsrat und die kantonale Volkswirtschaftsdirektion verfolgen schon länger die Strategie, die Zahl der Tourismusdestinationen zu verringern. Fünf bis sieben wurde jeweils als Ziel genannt, nun sollen es also fünf sein.

Diese Zahl hat der Regierungsrat auch in der Tourismusentwicklungsverordnung verankert, die er nun verabschiedet hat und die Anfang 2013 in Kraft treten soll. Darin steht unter anderem, welche Kriterien die Destinationen zu erfüllen haben, um vom Kanton anerkannt zu werden. Das ist die Voraussetzung, um Geld aus der kantonalen Beherbergungsabgabe zu erhalten.

Wie die kantonale Volkswirtschaftsdirektion am Montag auf Anfrage bekanntgab, muss ab 2013 eine Destination mehr als eine Million Übernachtungen pro Jahr aufweisen und über frei verfügbare Marketingmittel von mindestens einer Million Franken im Jahr verfügen.

Bisher mussten die Destinationen «in der Regel» mehr als 500'000 Übernachtungen pro Jahr erzielen. Und eine Mindestanforderung bezüglich frei verfügbarer Marketingmittel gab es nicht.

Ziel der Änderungen bei Tourismusentwicklungsgesetz und der dazu gehörigen Verordnung ist es, die Schlagkraft des bernischen Tourismus zu erhöhen. Zu diesem Zweck wurde Mitte September auch die BE! Tourismus AG gegründet.

Diese neue AG im Besitz des Kantons Bern (49 Prozent der Anteile) und der Destinationen (51 Prozent) hat die Aufgabe, die Basiswerbung für die bernischen Destinationen sicherzustellen. Das Tourismusentwicklungsgesetz genehmigte der bernische Grosse Rat schon im vergangenen Jahr.

Tourismusbeirat aufgehoben

Als Folge der Änderungen bei Tourismusentwicklungsgesetz und - verordnung hat der Regierungsrat ein bisher existierendes Organ aufgehoben: den Tourismusbeirat. Er beriet die Kantonsverwaltung in Grundsatzfragen der kantonalen Tourismuspolitik sowie bei der Bemessung der Finanzhilfen und bestand aus Fachleuten.

Der Beirat habe aufgrund der Veränderungen seine Bedeutung verloren, schreibt der Regierungsrat in seiner Mitteilung.

bs/sda

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