Neues Bieler Seequartier nur im Baurecht

Die Stadt Biel soll ihr Land für das mit der Nachbargemeinde Nidau auf einer Brachfläche am Bielersee geplante neue Quartier Agglolac ausschliesslich im Baurecht abgeben.

Die Bieler Räte wollen das wertvolle Bauland nur im Baurecht abgeben: Gelände der geplanten Überbauung Agglolac in Nidau.

Die Bieler Räte wollen das wertvolle Bauland nur im Baurecht abgeben: Gelände der geplanten Überbauung Agglolac in Nidau.

(Bild: Adrian Moser)

Gefordert wurde der Wechsel vom bisher vorgesehenen Verkauf zur Abgabe im Baurecht von zehn Parteien in einer gemeinsamen Motion. Nach eineinhalbstündiger Diskussion stimmten 30 Räte für und 24 gegen den Vorstoss. Vier Personen enthielten sich der Stimme.

Der Gemeinderat (Exekutive) hatte beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln. Das erlaube, eine realisierbare, da finanzierbare Variante mit Baurecht zu prüfen und dem Verkauf gegenüberzustellen, erklärte Stadtpräsident Erich Fehr. Die Mehrheit der Motionäre war aber nicht zur Umwandlung bereit.

Kontrolle abgeben

Die Befürworter der Motion machten vor allem geltend, es sei nicht richtig, das Land wie vorgesehen zu verkaufen und damit die Kontrolle darüber zu verlieren. Die Gründe dahinter waren jedoch verschieden. Die einen beanstandeten, am Schluss mache die von Biel und Nidau als Partner gewählte Immobiliengesellschaft Mobimo Gewinn, während für die Stadt nach Abzug der Aufwendungen für die Infrastruktur kaum etwas übrig bleibe.

Von den zusätzlichen Steuerzahlern profitiere allein das Städtchen Nidau, auf dessen Gemeindegebiet das geplante Quartier liegt. Zu diesen gesellten sich jene, die fanden, Biel habe für diese ?Filetstück? einen zu niedrigen Preis ausgehandelt. Dann jene, die eine grössere Freifläche oder eine bescheidenere Überbauung wünschten. Und schliesslich jene, die grundsätzlich gegen eine Überbauung in diesem seenahen Bereich sind.

Motion zu bindend

Von den Gegnern der Motion hätten einige für ein Postulat gestimmt, da ihnen eine Abklärung der Möglichkeiten einer Baurechtsvariante willkommen gewesen wäre. Doch die Motion war ihnen zu bindend. Andere fanden, das jetzige Projekt sei zwar nicht ideal, aber bereits verbessert worden. Weitere Verbesserungen seien möglich und anzustreben. 15 Jahre nachdem die Expo.02 dieses Areal wieder freigegeben habe, müsse es nun endlich entwickelt werden.

Die Gegner der Motion warnten, Biel und Nidau könnten die Infrastruktur nicht finanzieren, während diese gemäss Projekt von der Mobimo erstellt würde. Die beiden Gemeinden müssten der Immobiliengesellschaft ein verlässlicher Partner sein und ihre Vereinbarung mit derselben einhalten.

Projektgesellschaft prüft Baurecht

Die Projektgesellschaft Agglolac, welcher Biel, Nidau und Mobimo angehören, hat bereits vor dem Entscheid des Bieler Stadtrates beschlossen, abzuklären, inwieweit das Projekt mit einer Abgabe von Land im Baurecht realisiert werden könnte. Das Resultat wird zeigen, ob das Projekt Agglolac unter den heutigen Voraussetzungen noch eine Chance hat.

gef/sda

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