Mit Guggisberg und Schnegg will SVP die Mehrheit holen

Die kantonale SVP hat gestern in Belp den Wahlsieg gefeiert – und nominiert. Zudem will die Partei Albert Rösti als Bundesrats-Kandidaten.

Die SVP Kanton Bern steigt mit den Grossräten Lars Guggisberg (links) und Pierre Alain Schnegg in die Regierungsratswahlen.

Die SVP Kanton Bern steigt mit den Grossräten Lars Guggisberg (links) und Pierre Alain Schnegg in die Regierungsratswahlen.

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Die Delegiertenversammlung der SVP Kanton Bern hat Dienstagabend in Belp die Grossräte Lars Guggisberg und Pierre Alain Schnegg als Regierungsratskandidaten nominiert. Gegenkandidaten gab es nicht. Die Nomination erfolgte einstimmig und mit langanhaltendem Applaus. Mit diesem Kandidatenduo will die SVP die bürgerliche Mehrheit im Regierungsrat zurückerobern. 2006 haben SP und Grüne vier Sitze gewonnen und diese seither verteidigt.

«Nach den Wahlen ist vor den Wahlen.»

Dieses Mal treffe das ganz besonders zu, sagte Parteipräsident Werner Salzmann, als er die Ausgangslage für die Ersatzwahlen vom 28. Februar schilderte. Im Sommer hatten die beiden SP-Regierungsräte Andreas Rickenbacher und Philippe Perrenoud ihre Rücktritte bekannt gegeben – mitten in der Legislaturperiode. Die SP hat angekündigt, beide Sitze verteidigen zu wollen. Salzmann kritisierte dies. Gemessen an den Wähleranteilen sei das unverhältnismässig. Es sei höchste Zeit, dass die richtigen Proportionen wieder hergestellt würden. Weil die anderen bürgerlichen Parteien niemanden ins Rennen schickten, sei es an der SVP, zwei Kandidaten zu portieren. Die Wähler verstünden es nicht, wenn eine Linie frei gelassen würde, sagte Salzmann.

Guggisberg und Schnegg waren unbestritten. «Unser Lars Guggisberg ist bestens geeignet für dieses Amt», sagte sein «Götti», Nationalrat Andreas Aebi. «Pierre Alain Schnegg ist ein brillanter Macher», sagte sein «Götti», Nationalrat Manfred Bühler. Die beiden Kandidaten hatten in ihren Ansprachen betont, wie wichtig die bürgerliche Wende sei. «Der Berner Bär ist angeschlagen», sagte Guggisberg. Damit er wieder vitaler werde, brauche es einen bürgerlichen Regierungsrat. Das gegenseitige Neutralisieren von rotgrüner Regierung und bürgerlichem Parlament «muss nach zehn langen Jahren ein Ende finden».

Guggisberg ist 38-jährig und Geschäftsführer zweier Sektionen des Handels- und Industrievereins im Seeland. Der Fürsprecher ist seit 2010 Grossrat und wohnt in Kirchlindach. Er kandidiert für Rickenbachers Sitz. Schnegg, der 53-jährige Ingenieur aus Champoz, soll den garantierten Jura-Sitz holen, den von Perrenoud. Schnegg ist seit 2014 Grossrat. Er präsidiert den Verwaltungsrat der Hôpital du Jura bernois SA.

«Überwältigt» vom Erfolg

Vor der Nomination hatte die bernische SVP eine halbe Stunde lang ihren Wahlerfolg vom 18. Oktober gefeiert. Er könne seine Freude gar nicht in Worte fassen – «ich bin überwältigt», sagte Präsident Werner Salzmann. Das hochgesteckte Wahlziel – neun Nationalratssitze, einer mehr als bisher – sei erreicht worden. Die Berner und Bernerinnen hätten erkannt, dass die SVP zu ihren Versprechen stehe, und sie hätten ein deutliches Zeichen gesetzt. Mit einem Wähleranteil von über 33 Prozent sei die bernische SVP fast wieder ebenso stark wie 2007. Damals fanden die letzten Wahlen vor der BDP-Abspaltung statt.

Nicht ganz aufgegangen sei der Plan bei den Ständeratswahlen, räumte Salzmann ein. Nationalrat Albert Rösti sei es aber gelungen, die Bisherigen ordentlich herauszufordern. Salzmann gratulierte ihm trotzdem: zu seiner Leistung als Wahlkampfleiter der SVP Schweiz – worauf die Delegierten sich erhoben und Rösti einen grossen Applaus spendeten. Dieser wiederum bedankte sich bei allen Helfern. Die schliesslich Gewählten seien bloss «Mosaiksteinchen, die vorne hinstehen dürfen», sagte er. Der Wahlerfolg sei ein Gemeinschaftswerk.

Rösti bleibt Bundesratskandidat

Rösti bleibt zudem für die Bundesratswahl vom 9. Dezember im Gespräch. Die Berner Sektion schlägt ihn der Findungskommission der SVP Schweiz als Kandidaten vor. Dies hat der Parteivorstand entschieden, wie am Schluss der Versammlung bekannt wurde. Die Bundeshausfraktion solle aus mehreren Kandidaten auswählen können. (Der Bund)

Erstellt: 04.11.2015, 07:16 Uhr

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