Millionen-Kredite für Fachhochschulen in Biel und Bern bewilligt

Der Grosse Rat bewilligte drei Planungs- und Baukredite für die Campusse in Biel und Bern im Umfang von über 240 Millionen Franken.

Das Berner Kantonsparlament bewilligt Kredite von über 240 Millionen Franken für die Planung und Bau der Campusse Biel und Bern.

Das Berner Kantonsparlament bewilligt Kredite von über 240 Millionen Franken für die Planung und Bau der Campusse Biel und Bern. Bild: zvg/Pool Architekten

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Das Berner Kantonsparlament hat am Donnerstag den politischen Spatenstich für die Konzentration der Standorte der Berner Fachhochschule gesetzt. Der Grosse Rat bewilligte drei Planungs- und Baukredite für die Campusse in Biel und Bern im Umfang von über 240 Millionen Franken.

Bereits weit fortgeschritten ist die Planung des Neubaus in Biel. Dabei handle es sich um den grössten Holzbau, der in der Schweiz realisiert werde, betonte Gerhard Fischer (SVP/Meiringen), Sprecher der vorberatenden Baukommission. Am Standort hinter dem Bahnhof Biel werden ab 2022 die beiden Departemente Technik und Informatik sowie Architektur, Holz und Bau konzentriert.

Aus allen politischen Lagern gab es viel Lob für das «Leuchtturmprojekt» von Baudirektorin Barbara Egger (SP), die als «Fördererin für das Schweizer Holz» in die Geschichte eingehen werde, wie EVP-Grossrat Markus Wenger (Spiez) erklärte. Das Parlament hiess den Kredit von 233,5 Millionen Franken einstimmig gut, baute aber drei Auflagen ein.

Rohstoff Holz aus Berner Wald

So soll der Bau wenn möglich mit Holz aus dem Berner Staatsforst realisiert werden. Mit diesem Anliegen rannte das Parlament bei «Holzfan» Barbara Egger offene Türen ein. Entsprechende Abklärungen seien bereits im Gang, sagte Egger. Sie könne aber nicht versprechen, dass der Kanton den gesamten Baustoff liefern können. Eine weitere Auflage machte der Grosse Rat bei den Transportwegen, die möglichst kurz sein sollen. Unbestritten war drittens, dass der «umfassenden Nachhaltigkeit» beim Bauprojekt grosse Beachtung geschenkt werden sollen.

Zwei weiter gehende Auflagen lehnte der Grosse Rat aber klar ab, da sie aus Sicht der Mehrheit das Diskriminierungsverbot im Wettbewerbsrecht verletzten. EVP-Grossrat Wenger wollte eine separate Ausschreibung für die Lieferung der Holzteile erreichen. Baudirektorin Egger warnte davor, dass durch weitere Einschränkungen die Vergabe an einen Totalunternehmer gefährdet werden könnte - dies mit unabsehbaren Folgen für die Einhaltung von Kosten, Terminen und Qualität.

Diskussionslos bewilligt wurden zudem rund 4 Millionen Franken für archäologische Untersuchungen sowie ein jährlicher Baurechtszins von 630'800 Franken für den Campus Biel.

Zwei erste Kredite für Campus Bern

Noch nicht baureif ist der Campus am Standort Bern-Weyermannshaus. Das Parlament bewilligte einstimmig einen Kredit von 1,55 Millionen Franken für die Durchführung eines Architekturwettbewerbs. Der Grosse Rat baute auf Antrag der SVP die Auflage ein, dass die Wettbewerbsteilnehmer der Nutzung einheimischer Materialien besondere Beachtung schenken sollen.

Ebenfalls einstimmig verabschiedete der Grosse Rat den Kredit für den jährlichen Baurechtszins von 1,39 Millionen Franken. Dieser ist fast doppelt so teuer wie derjenige in Biel, wo das Areal der Stadt gehört. Laut Kommissionssprecher-Sprecher Blaise Kropf (Grüne/Bern) verlangt in Bern die SBB als Bodeneigentümerin einen marktüblichen Baurechtszins.

Hingegen trägt die SBB die Kosten für die Sanierung der ehemaligen Kehrichtdeponie. Für den Campus Bern rechnet der Kanton Bern insgesamt mit Kosten von rund 306 Millionen Franken netto, darin nicht eingerechnet sind Beiträge des Bundes. Im Campus Bern werden 18 von 20 bisherigen Fachhochschul-Standorte konzentriert. Beibehalten werden einzig der Standort der Hochschule für Kunst in Bern-Bümpliz sowie das zweisprachige Schweizerische Literaturinstitut in Biel. Die Stadt Burgdorf verliert seine Fachhochschulstandorte, erhält aber im Gegensatz einen Campus für die Technische Fachschule sowie ein TecLab. Diese Standort-Kompromiss hatte das Parlament am Mittwoch in einer verbindlichen Erklärung bekräftigt. (mer/sda)

Erstellt: 08.06.2017, 11:52 Uhr

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