Mehrheitswahlen mit einer Extrawurst für den Berner Jura

Bei den Regierungsratswahlen stehen zehn Kandidierende für sieben Sitze zur Verfügung. Beim Parlament ist die Ausgangslage offen.

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Am 30. März dieses Jahres wählt die Bevölkerung im Kanton Bern Regierung sowie Parlament. Die neue Legislatur beginnt im Juni und dauert vier Jahre bis Frühling 2018. In den folgenden Wochen wird sich die Ausgangslage im Detail noch klären. Bis am Montag, 13. Januar, sind noch Wahlvorschläge für den Grossen Rat und für den Bernjurassischen Rat, der ebenfalls am 30. März bestimmt wird, möglich. Der Bernjurassische Rat als Minderheitenschutzgremium wird in den drei Wahlkreisen Courtelary, La Neuveville und Moutier gewählt. Bis zum 27. Januar müssen sämtliche Wahlvorschläge für den Regierungsrat eingereicht sein. Allerdings: Auch wenn nach diesen Fristen Überraschungen nicht ausgeschlossen sind: Viel wird sich an der Ausgangslage nicht mehr ändern.

Lauter Bisherige verteidigen Sitz

Sie präsentiert sich für die beiden Gremien wie folgt: Für den Regierungsrat kandidieren sicher zehn Personen. Es sind dies die sieben bisherigen Regierungsrätinnen und Regierungsräte der aktuellen links-grün dominierten Kantonsexekutive. Von der SP sind es Barbara Egger-Jenzer, Andreas Rickenbacher und Philippe Perrenoud. Egger kandidiert bereits für eine vierte, die beiden Herren für eine dritte Amtszeit. Der Vierte im links-grünen Lager ist der Grüne Bernhard Pulver. Auch er kandidiert für eine dritte Amtszeit. Die vier Politiker sind gemeinsam bereits zwei Legislaturen für die links-grüne Dominanz im Regierungsrat verantwortlich.

Auf bürgerlicher Seite kandidieren erneut Christoph Neuhaus (SVP), Hans-Jürg Käser (FDP) und Beatrice Simon (BDP). Käser ist seit 2006 im Amt, Neuhaus seit 2008 und Simon seit 2010. Weil die bürgerlichen Parteien erneut versuchen, die Mehrheit in der Regierung zurückzuerobern, schickt das bürgerliche Ticket – getragen von SVP, BDP, FDP sowie der Kleinpartei EDU – neu den Bernjurassier Manfred Bühler (SVP) ins Rennen. Der 34-Jährige ist bisher insbesondere im Berner Jura aufgefallen. Im restlichen Kanton hingegen kennt man ihn noch kaum. Manfred Bühler wird insbesondere für den garantierten Jura-Sitz eine Rolle spielen, der derzeit von SP-Mann Philippe Perrenoud besetzt ist (siehe Text unten).

Als Herausforderer tritt ein Mittebündnis um Grünliberale und EVP an. Für die EVP geht der Thuner Grossrat Marc Jost, für die Grünliberalen die Stadtberner Grossrätin Barbara Mühlheim ins Rennen. Beide Kandidaturen dürften vorab den Grossratswahlen Auftrieb verleihen. Die Chancen auf einen Regierungssitz stehen eher schlecht, auch wenn die GLP im Aufwind ist.

Die Regierung des Kantons wird im Majorzsystem gewählt. Der Kandidat mit den meisten Stimmen erhält den Sitz. Die sieben Mitglieder der Regierung werden kantonsweit in einem Wahlkreis gewählt. Der Sitz für den Berner Jura ist speziell geregelt und garantiert.

Der klare bürgerliche Grosse Rat

In das Kantonsparlament werden 160 Mitglieder gewählt. Die genaue Anzahl Kandidaten, die sich heuer zur Verfügung stellen, ist noch nicht bekannt und wird sich in einigen Wochen zeigen. 2010 waren es mit 1937 Frauen und Männern ein neuer Rekord. Gewählt wird in neun Wahlkreisen: Biel-Seeland, Berner Jura, Oberaargau, Emmental, Bern, Mittelland Nord, Mittelland Süd, Thun und Oberland. Aus diesen Wahlkreisen werden die Vertreter der Parteien für den Grossen Rat zusammengestellt und nach Bern ins Rathaus geschickt. Die stärkste Fraktion ist heute die SVP, gefolgt von SP, BDP, FDP, Grünen, EVP und GLP. Weiter vertreten sind im sogenannten moderaten Mehrparteiensystem des Kantons: EDU, PSA, CVP. Das bernische Parlament wird insgesamt bürgerlich dominiert. SVP, BDP, FDP und EDU haben mit 91 Stimmen die Mehrheit. Die Linke kommt auf 52 Stimmen, die Mitte – sie besteht aus EVP, GLP und CVP – kommt auf 17. (Der Bund)

Erstellt: 05.01.2014, 12:45 Uhr

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