«Ich gehe davon aus, dass Barbara Egger die Legislatur beendet»

Schon wieder tritt ein SP-Regierungsrat zurück: Ursula Marti, Präsidentin der Berner SP, äussert sich über die Zukunft der Partei nach Philippe Perrenouds Aus.

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(Bild: Franziska Scheidegger)

Hanna Jordi

Frau Marti, vor drei Wochen trat SP-Regierungsrat Andreas Rickenbacher zurück, heute ist es SP-Regierungsrat Philippe Perrenoud. Ist bei der Berner SP die Personalplanung aus den Fugen geraten?
Ursula Marti: Nein, überhaupt nicht. Die Rücktritte dieser beiden Regierungsräte gehen auf persönliche Entscheidungen zurück. Die Aufgabe der Partei ist die Koordination, und die hat stattgefunden. Uns als Kantonalpartei war es insbesondere wichtig, dass beide Ämter im Rahmen derselben Ersatzwahl im Februar 2016 neu besetzt werden können.

Trotzdem, die beiden Rücktritte sorgen für einen bewegten Sommer bei der SP. Hätte es Ihnen besser gefallen, wenn man gleichzeitig hätte informieren können?
Rücktrittsentscheide sind schwerwiegende Entscheide. Die beiden Regierungsräte mussten ihre persönliche Planung mit Familie, Umfeld und Agenda abstimmen. Die beiden Fahrpläne waren nicht genau gleich, daher fällt nun auch die Kommunikation nicht gleichzeitig aus.

Regierungsrätin Barbara Egger ist nun die einzige verbleibende SP-Vertreterin im Regierungsrat. Haben Sie Frau Eggers Zusicherung, dass sie bleibt?
Bei der SP darf jede Amtsperson solche Entscheide für sich allein fällen. Ich habe aber keinen Grund zur Annahme, dass ein weiterer Rücktritt vonseiten der SP zu erwarten ist. Ich gehe davon aus, dass Barbara Egger die Legislatur beendet.

Die links-grüne Mehrheit im Regierungsrat ist nun stark gefährdet. Für die SP stehen zwei Sitze auf dem Spiel. Wie wollen Sie bei der Ersatzwahl gewinnen? Mit überzeugenden Persönlichkeiten. Bei Regierungsratswahlen ist nicht nur die Parteienarithmetik entscheidend. Wir werden sicher antreten, noch ist offen, in welcher Konstellation.

In der Vergangenheit war von Evi Allemann, Elisabeth Zäch, Roberto Bernasconi oder Adrian Wüthrich als mögliche Regierungsratskandidaten die Rede. Welche Kandidatinnen und Kandidaten sehen Sie momentan im Spiel?
Ich möchte als Präsidentin nicht bestimmte Namen ins Spiel bringen. Wir haben eine Reihe von guten Leuten, die infrage kommen. Manche haben beispielsweise in Gemeinden ein Exekutivamt inne oder bringen sonst Erfahrung mit. Wir sind daran, eine Findungskommission einzusetzen. Natürlich ist es vielen Kandidaten ein Anliegen, zuerst die Wahlen am 18. Oktober abzuwarten.

DerBund.ch/Newsnet

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