Kommentar: Schuld ist Lütolf, verantwortlich ist Mader

Kommentar

Die Kaderfrau Indira Lütolf, welche an den UPD für Qualität verantwortlich war, ist eine Schwindlerin. Verschuldet hat dieses Debakel Lütolf, verantworten muss es dennoch Regula Mader, die für die Einstellung verantwortlich war.

Im Kreuzfeuer der Kritik: Regula Mader.

Im Kreuzfeuer der Kritik: Regula Mader.

(Bild: Franziska Scheidegger)

Matthias Raaflaub

Der Fall Lütolf hat für die UPD-Vorsitzende Regula Mader die schlimmstmögliche Wendung genommen. Indira Lütolf hat sich offenbar strafbar gemacht. Sie hat ihre Arbeitgeberin und ihre Kollegen getäuscht, ihre Chefin übertölpelt. Dafür muss sie die Konsequenzen tragen.

Verschuldet hat dieses Debakel Lütolf, verantworten muss es dennoch Mader. Die Vorsitzende der Geschäftsleitung war bei Lütolfs Anstellung fast ein Jahr im Amt. Sie wusste damals um die Bedeutung der Aufgaben der neuen Mitarbeiterin. Neben dem Qualitätsmanagement übernahm Lütolf auch ein für die UPD zukunftsweisendes Aufgabenfeld: die elektronische Patientenakte. Nicht von ungefähr war sie als Stabsmitarbeiterin eine direkte Unterstellte Maders.

Zuwenig nachgefragt

Die UPD betonen weiterhin, dass für diese Stelle nicht einmal ein abgeschlossenes Medizinstudium erforderlich war. Das relativiere die Bedeutung der Titel. Dennoch muss sich Mader Fragen stellen lassen. Fragen, die sie sich selbst hätte stellen müssen. Warum bewirbt sich eine Ärztin und Ehrenprofessorin für eine solche Stelle? Damit war Lütolf doch offensichtlich überqualifiziert. Muss eine künftige Chefin bei einer Ehrenprofessur nicht sowieso nachfragen? Den Zusatz «h. c.» verdienen sich in der Schweiz oft Bundesräte und gelegentlich deutsche Bundeskanzlerinnen, und dann erst einmal als Ehrendoktoren. Als Erste wunderten sich offenbar die UPD-Ärzte über die Titelsammlung. Wunderte sich Mader nicht?

Der Ruf, die UPD-Spitze sei auszuwechseln, wird mit der neusten Entwicklung lauter werden. Nicht zuletzt, weil sich Mader nach der Niederlage im Machtkampf mit dem Leiter der Psychiatrie, Werner Strik, bereits in der Defensive befindet. Unabhängig vom «Fall Strik», unabhängig davon, dass im «Fall Lütolf» die erste Fehlbare nicht Regula Mader, sondern Indira Lütolf heisst: Die UPD-Chefin muss für diese Peinlichkeit geradestehen.

Der Bund

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