Kesb-Präsidenten sollen nicht mehr Juristen sein

Auch Nicht-Juristen sollen eine Kesb führen können, findet die entsprechende Grossratskommission.

Die Gesundheits- und Sozialkommission des bernischen Grossen Rats (GSoK) begrüsst die Vorschläge der Regierung zur Änderung des Gesetzes über die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb). So findet sie, dass künftig auch Nicht-Juristen eine Kesb sollen führen können.

Die GSoK ist der Ansicht, mit der Zulassung von Nicht-Juristen liessen sich bei der Besetzung der Kesb-Präsidien künftig Führungskompetenzen, aber auch Berufserfahrung und Fachkenntnisse im Kindes- und Erwachsenenschutzbereich, stärker berücksichtigen als bisher. Das geht aus einer Mitteilung des Grossen Rats hervor.

Ausserdem werde so möglichen Rekrutierungsproblemen gerade in den ländlichen Regionen entgegengewirkt.

Kesb soll effizienter werden

Die Kommission unterstützt auch den Vorschlag des Regierungsrats, dass Kesb-Präsidentinnen und -präsidenten künftig allein zuständig sein sollen, wenn Entscheide aufgrund ihres Inhalts nicht zwingend durch ein interdisziplinär zusammengesetztes Gremium zu treffen sind. Diese neue Regelung gilt als Kernstück der Gesetzesrevision, welche die Kantonsregierung im Januar dieses Jahres vorstellte.

Als Beispiel für einen solchen Fall wurde damals eine Beistandschaft angegeben. Fällt es etwa einer betagten Person sehr schwer, Rechnungen zu verwalten und zu bezahlen, kann man etwa verfügen, dass eine Person ihr dabei hilft. Für diesen Entscheid soll es aber keinen Psychologen, Juristen und Sozialarbeiter brauchen.

Mit der Revision will der Regierungsrat die Kesb entlasten und effizienter machen. Der bernische Grosse Rat wird sich im November mit dem Geschäft befassen. Die GSoK wird dem Grossen Rat beantragen, nur eine Lesung durchzuführen. Sie habe gründliche Abklärungen getroffen und die Anpassungen müssten bald in Kraft treten können.

gbl/sda

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