«Kanton mit 40 statt 400 Gemeinden»

Die ländlichen Gebiete sollten die Stadtregionen unterstützen. Das biete «grosse Chancen» für Stadt und Land, sagte die Berner Stadtratspräsidentin.

Stadtratspräsidentin Ursula Marti bei ihrer Rede am 1. August auf dem Münsterplatz.

Stadtratspräsidentin Ursula Marti bei ihrer Rede am 1. August auf dem Münsterplatz. Bild: Martin Erdmann

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Das Verhältnis zwischen Stadt und Land sei «nicht immer ganz einfach», sagte Stadtratspräsidentin Ursula Marti (SP) in ihrer Rede zum 1. August auf dem Berner Münsterplatz. Auch der Kanton Bern habe diesbezüglich seine «Streitthemen». Etwa die Zentralisierung der Verwaltung, Verkehrsfragen, der Ausbau der Grimsel-Staumauer oder die Standorte der Fachhochschulen. «Tatsache ist aber, dass uns dieses Stadt-Land-Gezänk nicht weiterbringt und wir darob Gefahr laufen, die wesentlichen Herausforderungen und Chancen nicht mehr zu sehen und es verpassen, das Nötige anzupacken», sagte Marti. Die Ressourcen seien endlich und müssten «pragmatisch und lösungsorientiert» eingesetzt werden. Von Politikern würden Rezepte erwartet. Sie schlage Folgendes vor:

  • Die Stadt Bern müsse sich als Teil eines grösseren Ganzen verstehen.
  • Die Verschiedenheit von Stadt und Land müsse akzeptiert werden. Stadt und Land seien aber gleichwertig.
  • Sie sollten gegenseitig an ihren Stärken teilhaben. Es biete «grosse Chancen», wenn die ländlichen Gebiete die Stadtregion als wirtschaftlichen Motor tatkräftig unterstützten. «Der Gewinn daraus fliesst in die Landregionen zurück.»

  • Stadt und Land sollten gemeinsame Projekte fördern, wie zum Beispiel die Vermarktung der Berner Altstadt und des Jungfrau-Gebietes als Weltkulturerbe der Unesco.

  • «Bereinigen wir unsere Strukturen: Ein Kanton mit 40 statt 400 Gemeinden ist angesagt, in einem späteren Stadium gar eine Schweiz mit 7 Regionen statt 26 Kantonen.»
  • Der Dialog zwischen Stadt und Land müsse institutionalisiert und mit konkreten Projekten vorangebracht werden.

«Wir müssen unsere Heimat gesund und wertvoll erhalten, indem wir sie wiederholt erneuern», sagte Marti. (jb/sda)

Erstellt: 02.08.2012, 08:34 Uhr

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