Kanton Bern kritisiert fehlende Mittel für Kulturpflege

Die Kulturbotschaft des Bundes für die Jahre 2016 bis 2019 stösst im Kanton Bern grundsätzlich auf positives Echo. Der Regierungsrat bemängelt aber, dass der Bund zu wenig Geld für die Kulturpflege zur Verfügung stellt.

Unter anderem für die Archäologie hätte der Kanton Bern gerne mehr Geld zur Verfügung: Ausgrabung am Bielersee. (Archiv)

Unter anderem für die Archäologie hätte der Kanton Bern gerne mehr Geld zur Verfügung: Ausgrabung am Bielersee. (Archiv) Bild: Adrian Moser

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Wegen raumplanerischer Vorgaben des Bundes steige nämlich der Druck auf die Denkmalpflege und die Archäologie, schreibt der Regierungsrat in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Dass Archäologie und Denkmalpflege im Kanton Bern nicht genügend Mittel haben, ist bekannt. Insbesondere der Archäologische Dienst bekam die rasante Bautätigkeit der vergangenen Jahre zu spüren und überzog regelmässig sein Zehnmillionen-Budget. In Zeiten leerer Staatskassen und grosser Sparprogramme hatte das Parlament wenig Freude an den Nachkrediten.

Derzeit ist der Kanton Bern daran, eine übergeordnete Kulturpflegestrategie zu erarbeiten. Es soll nach Angaben der Regierung die erste ihrer Art in der Schweiz sein. Anfang September präsentierte der Regierungsrat seine Vorstellungen.

Archäologie und Denkmalpflege sollen nach dem Grundsatz «so wenig wie möglich, so viel wie nötig» arbeiten. Die Konzentration aufs Wesentliche solle weitergeführt werden.

Mehr Mittel für national bedeutende Museen

Der Bundesrat will in der Zeit von 2016 bis 2019 insgesamt 895 Millionen Franken in die Kulturförderung investieren. Das ist deutlich mehr als in der laufenden Periode. Mit dem Geld will der Bundesrat unter anderem den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern.

In der Vernehmlassung stösst die Kulturstrategie des Bundes im Kanton Bern aber nicht nur auf Kritik. Erfreut ist man im Berner Rathaus vor allem darüber, dass die Mittel für die Kultur aufgestockt werden sollen.

Auch die neu definierten Stossrichtungen wie «Kulturelle Teilhabe» oder «Gesellschaftlicher Zusammenhalt», gefallen der Berner Kantonsregierung.

Der Regierungsrat fordert den Bund aber auf, für Museen und Sammlungen von nationaler Bedeutung mehr Mittel zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen der Kulturbotschaft des Bundes könnte allenfalls auch das Berner Oberländer Freilichtmuseum Ballenberg wieder ein Thema werden.

Erst am Mittwoch hatte Nationalrat eine Motion aus dem Ständerat abgelehnt, die mehr Mittel für die Institution forderte. Der Rat wollte der Diskussion über die Kulturbotschaft für die Jahre 2016 bis 2019 nicht vorgreifen.

Bern pocht auf Kulturhoheit der Kantone

Weiter möchte der Kanton Bern, dass der Bund bei der sogenannten Memopolitik, also vorab bei der Digitalisierung von Archiven und bei der Langzeitarchivierung, verstärkt die Führung übernimmt.

In die Nase sticht dem Kanton Bern offenbar auch ein wenig der neu postulierte Anspruch des Bundes, eine nationale Kulturpolitik zu etablieren. Hier müsse in der Botschaft deutlicher zum Ausdruck kommen, dass der Bund die Kulturhoheit der Kantone respektiere, schreibt der Regierungsrat. (zec/sda)

Erstellt: 11.09.2014, 14:30 Uhr

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