Jocham will Insel-Doppelmandat behalten

Der neue CEO der Insel-Gruppe Uwe Jocham sieht kein Problem darin, dass er auch im Verwaltungsrat sitzt.

Uwe E. Jocham wurde für seine Rollen vom Gesundheitsdirektor handverlesen.

Uwe E. Jocham wurde für seine Rollen vom Gesundheitsdirektor handverlesen. Bild: Adrian Moser

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Uwe E. Jocham besetzt derzeit interimistisch das Verwaltungsratspräsidium, seit 1. Februar ist er Direktionspräsident der Berner Spitalgruppe. Diese Ämterkumulierung ist in der bernischen Politik höchst umstritten.Als die Insel-Gruppe Ende Januar diese Ernennung bekanntgab, hiess es, sobald ein neuer Verwaltungsratspräsident gewählt sei, werde Jocham diesen Posten wieder abgeben.

Im Gespräch mit der «Berner Zeitung» sagt nun Jocham, er habe bei seinem früheren Arbeitgeber CSL Behring ein Doppelmandat innegehabt und gute Erfahrungen damit gemacht. Auch beim Berner Pharmaunternehmen Galenica habe sich ein Doppelmandat «gut entwickelt».

Jocham meint damit offensichtlich Etienne Jornod, der lange Zeit Galenica sowohl als Verwaltungsratspräsident als auch auf operativer Ebene führte. Deshalb würde er gern als «einfacher Verwaltungsrat» weitermachen. Er werde aber beim bernischen Regierungsrat kein Doppelmandat fordern, sagt Jocham. Wenn er nicht in den Verwaltungsrat wiedergewählt werde, sei das zu akzeptieren.

Bisher sei der CEO der Insel-Gruppe bei Verwaltungsratssitzungen jeweils als Gast dabei gewesen; ohne Stimmrecht. «Das hat etwas Trennendes», so Jocham. Seine Erfahrung zeige, dass eine Einbindung des operativen Chefs in den Verwaltungsrat «sehr konstruktiv» sei.

Insel als «Leuchtturm» positionieren

Jocham sagt weiter, derzeit werde für die Insel-Gruppe die Angebotsstrategie überarbeitet. Im Frühling werde diese Arbeit abgeschlossen und dem Regierungsrat präsentiert. Es gelte, die Insel-Gruppe in der Spitze der weltbesten Universitätsspitäler zu positionieren, «als Motor und Leuchtturm für die Gesundheitsversorgung der Schweiz insgesamt». Der Zusammenschluss verschiedener Spitäler zur heutigen Insel-Gruppe «bewege» noch immer. Es sei die Aufgabe der Leitung, die unterschiedlichen Kulturen zu verschmelzen, «damit etwas Stärkeres daraus entsteht».

(mck/sda)

Erstellt: 09.02.2018, 10:44 Uhr

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