Jäger muss Rettungskosten nicht zahlen

Ein Berner Jäger, dessen Hund einen Fuchs in einen Strassenschacht gejagt hatte, muss nicht für die Kosten der Tierrettung aufkommen. Das entschied das Berner Verwaltungsgericht in zweiter Instanz.

Nach der Bergung musste der Fuchs von seinen Verletzungen erlöst werden.

Nach der Bergung musste der Fuchs von seinen Verletzungen erlöst werden. Bild: Daniel Hubacher

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Bei einer Treibjagd hatte der Jagdhund eines Berner Jägers ein Fuchs in einen Strassenschacht gejagt. Passanten hatten den Vorfall beobachtet und die Polizei informiert. Anschliessend barg die Feuerwehr den verletzten Fuchs und die Polizei erlöste ihn mit einem Fangschuss.

Kosten von 270 Franken

Die Gemeinde stellte dem Jäger darauf die Rechnung für die Einsatzkosten von 220 Franken und einer Gebühr von 50 Franken. Dagegen wehrte sich der Jäger erfolglos beim zuständigen Regierungsstatthalteramt und zog die Beschwerde anschliessend an das Verwaltungsgericht weiter.

Als nächsthöhere Instanz hatte das bernische Verwaltungsgericht nun abzuwägen, ob der Jäger den Rettungseinsatz schuldhaft herbeigeführt hat oder nicht. Laut Gesetz können Einsatzkosten überbunden werden, wenn ein Einsatz vorsätzlich sowie aus grober oder leichter Fahrlässigkeit verursacht wurde.

Gericht zog Jagdinspektorat bei

Das Verwaltungsgericht holte einen Fachbericht beim Jagdinspektorat ein. Der Jäger sei an diesem Tag zur Treibjagd berechtigt gewesen und habe seinem Hund frei laufen lassen dürfen, kommt das Verwaltungsgericht in seinem am Donnerstag veröffentlichten Urteil zum Schluss.

Aufgrund der Grösse und des anerzogenen Verhaltens des Jagdhundes könne man davon ausgehen, dass der Hund nach einer gewissen Zeit vom Fuchs abgelassen und aus dem Schacht zum Jäger zurückgekehrt wäre, schreibt das Verwaltungsgericht weiter. Es sieht daher keine Pflichtverletzung auf Seiten des Jägers. Gegen Das Urteil kann noch Beschwerde beim Bundesgericht eingelegt werden. (gb/sda)

Erstellt: 15.11.2018, 14:04 Uhr

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