In Enggistein bei Worb gibt es wieder ein Durchgangszentrum

Unterirdische Asylzentren wie jene im Hochfeld werden stark kritisiert. Nun soll das Durchgangszentrum in Enggistein wieder eröffnet werden – und die Platznot im Berner Asylwesen lindern.

Der Gutshof Enggistein musste vergangen Februar wegen diverser Mängel geschlossen werden. Nun wurde er renoviert.

Der Gutshof Enggistein musste vergangen Februar wegen diverser Mängel geschlossen werden. Nun wurde er renoviert. Bild: Manu Friederich

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Der Gutshof Enggistein im Dorf Enggistein bei Worb steht ab Anfang August wieder als Durchgangszentrum für Asylsuchende zur Verfügung. Damit kann der Kanton Bern zahlreiche unterirdisch untergebrachte Asylbewerber in einem normalen Gebäude platzieren.

Der Gutshof Enggistein musste Mitte Februar geschlossen werden, weil der kantonale Migrationsdienst und die Gebäudeversicherung Bern bei einer Begehung Mängel bei elektrischen Anlagen und beim Brandschutz festgestellt hatten. Die Asylsuchende wurden danach anderswo untergebracht.

Nun hat der Besitzer die beiden Gebäude renoviert und ausgebaut, wie die kantonale Polizei- und Militärdirektion am Donnerstag mitteilte. Sie bieten 140 Personen Platz.

Tageslicht soll die Regel sein

Der Kanton wird nun vor allem Personen aus Zivilschutzanlagen in Enggistein unterbringen. Er sucht weiterhin zusätzliche Unterkünfte, um zu vermeiden, dass Asylbewerber in Anlagen ohne Tageslicht leben müssen. Der Migrationsdienst des Kantons Bern benutzt derzeit fünf unterirdische Zivilschutzanlagen als Asyl-Notunterkünfte.

Eine davon ist die Anlage Hochfeld in Bern, wo am Mittwoch Asylsuchende und Mitglieder von Asylhilfeorganisationen gegen die dortigen Lebensbedingungen protestierten. (hjo/sda)

Erstellt: 19.07.2012, 15:43 Uhr

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