Idee für Grossbern erhält neuen Schwung

Mehr als die Hälfte der Gemeinden soll im Kanton verschwinden. Der Regierungsrat will mehr Fusionen.

Christoph Neuhaus will den Kanton Bern mit Gemeindefusionen vorwärts bringen.

Christoph Neuhaus will den Kanton Bern mit Gemeindefusionen vorwärts bringen.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Adrian Schmid@adschmid

Nur noch 100 bis 150 Gemeinden statt wie heute deren 347: Dies schwebt der bernischen Kantonsregierung vor. Sie will dazu rasch die Diskussion über Fusionen forcieren. «Wir wollen den Kanton vorwärtsbringen», sagt der zuständige Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP). Ein «Puzzlestück» seien dabei Gemeindefusionen.

Damit rückt eine Idee in den Fokus, die schon seit einiger Zeit in den Köpfen herumgeistert: eine Fusion der Stadt Bern mit umliegenden Gemeinden. «Grossfusionen schenken besonders ein», sagt Neuhaus. Ein Zusammenschluss im Raum Bern würde finanziell und logistisch einiges bringen.

Es sei positiv, dass der Regierungsrat keine Strukturerhaltung betreiben wolle, sagt die Berner Nationalrätin Regula Rytz (Grüne). Sie ist Co-Präsidentin des Vereins Bern neu gründen, der einen Zusammenschluss in der Region Bern anstrebt. «Die Pläne des Regierungsrats werden die Diskussionen beflügeln.» Rytz spricht von einer «enormen Chance». Aus einer Fusion der Stadt Bern mit elf Nachbargemeinden wie Köniz, Ostermundige und Zollikofen ginge die zweitgrösste Schweizer Stadt mit 240'000 Einwohnern hervor. «Damit bekäme Bern ein viel grösseres Gewicht auf nationaler Ebene und könnte die demokratische Mitsprache der Bevölkerung gezielt verbessern.» Offen gegenüber einer Grossfussion hat sich auch schon Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) gezeigt.

Rytz betont, dass sich die Diskussionen über Fusionen oft nur um kleine Gemeinden drehten. Die Pläne des Regierungsrats ermöglichten nun eine breitere Debatte über strategische Zusammenschlüsse in urbanen Gebieten. «Es geht nicht nur um Bern neu gründen. Sondern auch um die Stärkung von Thun oder Burgdorf.»

Skeptische Gemeinden

Allerdings regt sich bereits Widerstand gegen die Pläne des Regierungsrats. Die Gemeinden lehnen Zwangsfusionen ab, wie sie von der Regierung in Betracht gezogen werden. «Zusammenschlüsse können nicht von oben verordnet werden», sagt Daniel Bichsel (SVP), Präsident des Gemeindeverbands und Gemeindepräsident in Zollikofen.

Der Bund

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