Hochfeld bleibt vorläufig in Betrieb

Aus der Schliessung der unterirdischen Asylunterkunft Hochfeld bis Ende Jahr wird wohl nichts. Findet der Gemeinderat bis dann keinen Ersatz, soll die Option Containersiedlung vorangetrieben werden.

Hier gehen auch 2015 Asylbewerber ein und aus: Eingang zur unterirdischen Asylunterkunft im Hochfeld. Bild: Valérie Chételat

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In Burgdorf hats geklappt. Auch in Moosseedorf, Hindelbank oder Ittigen sind die vom Kanton verlangten zusätzlichen Asylunterkünfte in Betrieb oder in Planung. Einzig in der Stadt Bern und in Ostermundigen verläuft die Suche nach je 100 zusätzlichen Asylplätzen harzig. «Wir suchen seit letztem Sommer gemeinsam mit der Stadt nach geeigneten oberirdischen Unterkünften», sagt Iris Rivas, Leiterin des kantonalen Migrationsdienstes (Midi) auf Anfrage. Aktuell werde abgeklärt, wie die unterirdische Anlage im Hochfeld von 160 auf 100 Plätze reduziert werden könnte, sagt Rivas. Die Stadtberner Gemeinderätin Franziska Teuscher (GB) hatte einst angekündigt, das Hochfeld bis Ende Jahr ganz oder teilweise zu schliessen.

Kanton lehnte halbe Lösung ab

Aus der Schliessung des «Asylbunkers» im Hochfeld wird nun aber vorläufig wohl nichts. Ihre Direktion habe in den letzten Monaten «intensiv» nach oberirdischen Plätzen gesucht, hält Gemeinderätin Franziska Teuscher (GB) in einer schriftlichen Stellungnahme fest. «Leider konnte bis jetzt neben der alten Feuerwehrkaserne nichts realisiert werden.» Im August habe der Gemeinderat dem Kanton 50 Plätze in der Zivilschutzanlage Effingerstrasse zur Verfügung gestellt. Dieses Angebot sei aber «aus wirtschaftlichen Gründen» abgelehnt worden, schreibt Teuscher.

Heim oder Hotel dringend gesucht

Die Stadt habe alle ihr gemeldeten Unterbringungsmöglichkeiten geprüft. Einige davon hätten sich aber als zu klein erwiesen. Ideal wäre laut Teuscher ein ehemaliges Wohn- oder Personalheim oder ein nicht mehr gebrauchtes Hotel mit 100 Plätzen. Solche Gebäude seien in der Stadt Bern aber Mangelware.

Der Gemeinderat werde Ende Jahr Bilanz ziehen. «Ich gehe davon aus, dass wir dann die mobilen Unterkünfte rasch vorantreiben werden.» Andere Kantone hätten auch auf diese Lösung gesetzt, sagt Teuscher unter Anspielung auf die Containersiedlungen in Zürich-Leutschenbach oder Altstetten. Bis eine Lösung gefunden sei, «ist der Gemeinderat bereit, dem Kanton die Anlage Hochfeld zusätzlich zu den Plätzen in der alten Feuerwehrkaserne weiterhin zur Verfügung zu stellen», hält Teuscher fest.

Es fehlen so oder so 80 Plätze

Die Stadt Bern hatte mit dem Kanton einst die Bereitstellung von 80 Plätzen in einem Durchgangszentrum vereinbart. Mit den vom Kanton geforderten zusätzlichen 100 Plätzen werden nun insgesamt 180 Plätze benötigt. Werden die unterirdischen Plätze im Hochfeld per Ende Jahr auf 100 reduziert, entsteht ein vorübergehender Engpass. Denn die 100 Plätze in der alten Feuerwehrkaserne können laut Teuscher «voraussichtlich ab Frühjahr 2015» in Betrieb genommen werden.

Die Plätze in der alten Feuerwehrkaserne dienen aber höchstens als Ersatz für eine spätere Schliessung der Anlage Hochfeld. Wird nicht in letzter Minute doch noch eine neue Liegenschaft gefunden, werden der Stadt 80 Asylplätze fehlen.

Käser spricht mit Ostermundigen

Die von Teuscher avisierte Containersiedlung als Ersatz für das Hochfeld wird in einem noch hängigen GB-Vorstoss gefordert. Dabei dürfte sich aber die Standortfrage als heikel erweisen. So haben etwa Anwohner in Zürich-Seebach bis vor Bundesgericht gegen einen möglichen dritten Standort für eine Containersiedlung in der Limmatstadt opponiert. Davon lässt sich Teuscher nicht abschrecken. Die Schliessung der Anlage Hochfeld habe «höchste Priorität».

Immerhin scheint in der Stadt Bern jener Wille vorhanden zu sein, der in Ostermundigen (noch) fehlt. An den grundsätzlichen Bedenken des Gemeinderates gegen eine unterirdische Asylunterkunft habe sich nichts geändert, sagt Gemeindepräsident Thomas Iten (parteilos). In den nächsten Tagen findet eine Sitzung mit dem Kanton statt, an der dem Vernehmen nach auch Regierungsrat Hans-Jürg Käser (FDP) teilnehmen wird. (Der Bund)

Erstellt: 13.11.2014, 11:48 Uhr

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