Haslital hofft auf ein Museum für die Dakota

Die Gemeinde Innertkirchen erarbeitet ein Konzept für die Aufbewahrung des auf dem Gauligletscher niedergegangenen Flugzeugs.

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Die sechs Haslitaler Gemeinden – Meiringen, Innertkirchen, Guttannen, Gadmen, Schattenhalb und Hasliberg – sind sich einig: Sie wollen das Wrack der Dakota C-53 in der Region ausstellen. Die amerikanische Militärmaschine, die vor 66 Jahren bei starkem Nebel auf 3350 Meter über Meer vom Kurs abgekommen und auf dem Gauligletscher niedergegangen ist, soll – so sie denn vom Eis freigegeben wird – im Berner Oberland bleiben. «Wir möchten nicht, dass einzelne Teile an verschiedene Standorte vergeben werden, sonst verpufft die Geschichte», sagt Walter Brog, Gemeindepräsident von Innertkirchen.

«Die Teile sollten zusammenbleiben, wir könnten uns gut vorstellen, dass für die Dakota ein Museum eingerichtet wird.» Wo sich diese mögliche Touristenattraktion befinden würde, ist noch offen. Klar ist aber: Am Ausstellungsort sollte gemäss Brog auch die dramatische Rettungsaktion auf dem Gauligletscher aufgearbeitet werden. «Hier bei uns wurde 1946 Weltgeschichte geschrieben, es war auch die Geburtsstunde der zivilen Flugrettung.»

Über die Finanzierung eines Museums sei noch nicht gesprochen worden, sagt Brog. Die Funde auf dem Gauligletscher gehören gemäss Zivilgesetzbuch dem Kanton Bern. Brog geht aber davon aus, dass die Standortgemeinden Vorrang geniessen werden, falls es ihnen gelingt, «ein griffiges Konzept» auszuarbeiten. Wie die zuständige bernische Erziehungsdirektion gestern in einer Medienmitteilung schrieb, wird die Gemeinde im Verlaufe des Winters ebensolches versuchen. Sie wird ein Konzept für die Aufbewahrung und Präsentation der bisherigen und künftigen Dakota-Funde erarbeiten.

Kanton: Noch nichts entschieden

Dass das Flugzeugwrack definitiv im Haslital bleibt, ist damit laut Kantonsarchäologe Daniel Gutscher allerdings noch nicht in Stein gemeisselt. Entschieden sei noch nichts, sagte er gestern auf Anfrage. Vorerst habe man anlässlich eines Treffens mit Vertretern der Gemeinde, der Luftwaffe sowie verschiedenen Museen, darunter das Verkehrshaus Luzern, das Alimentarium Vevey und das Alpine Museum Bern, klären wollen, ob ein grundsätzliches Interesse bestehe, die Fundstücke zu bergen und zu konservieren. Alle Beteiligten hätten dieses Interesse bejaht, zumal es sich bei den Fundstücken aufgrund der spektakulären Absturz- und Rettungsgeschichte um Reliquien handle. «Selbst Alltagsgegenstände wie Wolldecken erhalten dadurch eine ganz andere Bedeutung.»

Das Sofortkonzept, auf das man sich beim Treffen geeinigt habe, sehe nun vor, dass vorerst alle Fundgegenstände bei der Hüttenwartin der Gaulihütte abgegeben werden. Sie würden dann durch die Luftwaffe auf den Flugplatz Meiringen transportiert, wo ein Zwischenlager eingerichtet worden ist. Bereits vor Ort befinde sich der im Juli überraschend zum Vorschein gekommene Propeller der Dakota.

«Erste Hilfe» gewährleistet

Dank des Sofortkonzepts und des Angebots der Luftwaffe, die Gegenstände im Rahmen von Übungsflügen gratis zu Tal zu bringen, sei nun gewährleistet, dass künftige Fundstücke nicht auf dem Gletscher liegen bleiben, sagt Kantonsarchäologe Gutscher. «So haben wir genügend Zeit, ein definitives Konzept zu entwickeln.»

Der Kanton rechnet damit, dass der Gauligletscher «in naher Zukunft» weitere Gegenstände und Wrackteile freigeben wird. Aufgrund des hereinbrechenden Winters ist allerdings kaum mit weiteren Funden vor April oder Mai des nächsten Jahres zu rechnen. (Der Bund)

Erstellt: 04.12.2012, 06:33 Uhr

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