Gemeinschaftsgrab aus der Steinzeit

Ein steinzeitliches Gemeinschaftsgrab aus dem vierten Jahrtausend vor Christus. Darauf stiessen Berner Archäologen, als sie in einer «Hoschtet» in Oberbipp einen Findling freilegten.

Im Bild der Findling, der dem steinzeitlichen Gemeinschaftsgrab als Deckplatte diente.

Im Bild der Findling, der dem steinzeitlichen Gemeinschaftsgrab als Deckplatte diente. Bild: zvg

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In einer «Hoschtet» in Oberbipp stiessen Archäologen auf ein Gemeinschaftsgrab aus der Steinzeit, einen so genannten Dolmen. Solche Dolmen gab es auch anderswo in der Schweiz. Doch die meisten dieser Anlagen wurden zerstört, weil sie die landwirtschaftliche Nutzung behinderten. Die Anlage in Oberbipp hingegen ist in grossen Teilen noch intakt, wie Vertreter des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern am Mittwoch vor den Medien erklärten.

In der «Hoschtet» an der Steingasse war im Oktober 2011 eine grosse Granitplatte freigelegt worden. Der zwei mal drei Meter grosse, fast ein Meter dicke Findling entpuppte sich als Deckplatte eines steinzeitlichen Gemeinschaftsgrabs. Seit Februar untersucht der Archäologische Dienst die Anlage. Das neolithische Kammergrab entstand wohl in der zweiten Hälfte des 4. Jahrtausends vor Christus und diente einer Bauerngemeinschaft als Kollektivgrab.

In den vergangenen Jahrhunderten war der Dolmen geschützt durch eine Sedimentschicht, aus der nur ein kleines Stück der Deckplatte herausragte. Diese Deckplatte liegt auf mehreren kleineren Granitblöcken, welche die Wände der eigentlichen Grabkammer bilden.

Jahrhundertelang sichtbar

Römische und mittelalterliche Funde aus den direkt an die Konstruktion anstossenden Schichten belegen, dass der Dolmen mindestens bis ins 13. Jahrhundert zum grössten Teil überirdisch sichtbar war. Das Sediment in seiner Umgebung lagerte sich erst später ab, wohl bei Hochwasserereignissen des Mühlebachs.

Sie dürften der Grund sein, warum zwei der Stellsteine unter der Deckplatte seitlich verschoben sind. Diese werde im weiteren Verlauf der Ausgrabungsarbeiten entfernt werden müssen, kündigte der Archäologische Dienst an. Denn sonst lasse sich der Inhalt der Grabkammer nicht ohne Gefahr für die Grabungsequipe abbauen.

Bisher wurde die Grabkammer nicht geöffnet. «Zahlreiche Keramikscherben und Abfälle der Produktion von Steinwerkzeugen lassen aber auf interessante Funde hoffen», schreibt der Archäologische Dienst.

(rym/sda)

Erstellt: 27.06.2012, 13:36 Uhr

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