Gegner der Werkstätte Chliforst werfen BLS «unschöne Machtpolitik» vor

Die BLS startet die Planungsphase für eine allfällige Werkstätte in Berns Westen, obschon der Standortentscheid noch nicht definitiv ist.

Überbauuen oder nicht? Blick auf das Chliforst im Westen Berns. (Archiv)

Überbauuen oder nicht? Blick auf das Chliforst im Westen Berns. (Archiv) Bild: Adrian Moser

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Die BLS wird am kommenden Freitag einen Studienauftrag für die Planung ihres Werkstättenprojekts im Gebiet Chliforst Nord öffentlich ausschreiben. Ziel für sie ist, bereit zu sein, falls das Bundesamt für Verkehr (BAV) zu Gunsten dieses Standorts entscheidet.

Mit der Vertiefung der Planung schaffe die BLS kein Präjudiz, schreibt das Unternehmen des öffentlichen Verkehrs in einer Mitteilung vom Mittwoch. Bekanntlich klärt die unabhängige Begleitgruppe «Werkstätte» derzeit ab, ob die BLS die SBB-Werkstätten in Biel mitbenutzen könnte.

Dies wäre die Alternative zum - in der Bevölkerung umstrittenen - Neubau einer grossen Werkstätte im Gebiet Chliforst Nord. Die BLS wird die Resultate dieser Abklärungen in ihre Standortbeurteilung einfliessen lassen.

Ausser der Mitbenutzung der SBB-Werkstätte in Biel und dem Projekt Chliforst Nord kommt derzeit auch noch der Standort Niederbottigen in Frage. Die unabhängige Begleitgruppe hat den Chliforst in einer Evaluation als besten und Niederbottigen als zweitbesten Standort für ein Neubauprojekt bezeichnet.

Matthias Thomet, Präsident der Anwohnergruppe «Verein Chlyforst», kritisiert den Schritt der BLS heftig: «Für die BLS ist die Sache wohl schon erledigt. Wir sind uns die Machtspiele und die Zwängerei gewohnt.» Aus politischen Gründen habe man sich gegen andere Standorte entschieden. Thomet vermutet, dass die BLS mit den Plänen für Verhandlungen mit der SBB schon vorsorge. Sein Verein wolle aber weiterhin rechtlich gegen das Projekt vorgehen. «Der politische Kuhhandel, der hier getrieben wird, ist unschön.»

Der «Verein Chlyforst» wurde gegründet, nachdem im Sommer 2016 klar wurde, dass die BLS das Gebiet Chliforst als Werkstättenstandort prüfte. Der Widerstand gegen die Werkstätte ist in den Vereinsstatuten festgelegt.

In zwei Schritten

Mit dem Studienauftrag sucht die BLS Generalplaner-Teams, welche die Planung für einen Neubau am Standort Chliforst Nord detailliert ausarbeiten. Den Planungsauftrag vergibt die BLS in zwei Schritten.

In einem ersten Schritt wählt sie aus den Bewerbern drei bis fünf Generalplaner-Teams, die aus Architekten, Landschaftsarchitekten, Bauingenieuren und weiteren Fachplanern zusammengesetzt sind. Jedes dieser Teams arbeitet bis Oktober 2018 unter Berücksichtigung der raumplanerischen Vorgaben ein Projekt für einen Werkstatt-Neubau detailliert aus.

In einem zweiten Schritt wird die BLS zusammen mit einer externen Jury das Siegerprojekt auswählen.

Anwohner sollen mitreden

Die BLS will Anwohner und die vom Neubau betroffene Bevölkerung bei diesem Planungsschritt einbeziehen. Dies im Rahmen einer von der BLS geleiteten «Dialoggruppe Chliforst Nord». Die Dialoggruppe sei mit dem Ziel gegründet worden, eine möglichst verträgliche Lösung für Mensch und Natur zu finden, schreibt die BLS.

Matthias Thomet ist davon nicht beeindruckt. Die Dialoggruppe repräsentiere die wahre Meinung der Bevölkerung nicht. «Meines Wissens sind da keine direkten Anwohner dabei, sondern nur solche, die gerne an allen Hochzeiten tanzen.» Deswegen habe man sich gezielt der von der BLS geleiteten Gruppe entzogen. (zec/sda)

Erstellt: 22.11.2017, 10:55 Uhr

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