Evi Allemann ist neue VCS-Präsidentin

Die 34-jährige Berner SP-Nationalrätin Evi Allemann ist neue Präsidentin des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS). Die Delegierten wählten Allemann am Samstag an ihrer Versammlung klar. Ihr unterlag die grüne Gegenkandidatin Aline Trede.

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Die neue Präsidentin des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS) heisst Evi Allemann. Die Delegierten wählten die 34-jährige Berner SP-Nationalrätin am Samstag klar an die Verbandsspitze. Das Nachsehen hatte die grüne Gegenkandidatin Aline Trede.

Allemann tritt die Nachfolge der Grünen Franziska Teuscher an. Diese zog sich nach zehn Jahren vom VCS-Präsidium zurück, nachdem sie Ende vergangenen Jahres in die Berner Stadtregierung gewählt worden war.

«Keine Partei-Filiale»

Mit Allemanns Wahl wechselt das Präsidium des wichtigsten linksgrünen Verkehrsverbands der Schweiz von den Grünen zur SP. Diese parteipolitische Optik sei für sie nie im Zentrum gestanden, sagte Allemann nach ihrer Wahl. Der VCS sei «keine Filiale der SP oder der Grünen».

Die scheidende Präsidentin Franziska Teuscher betonte ebenfalls, dass Verbandspolitik nicht mit Parteipolitik gleichzusetzen sei. Als Verbandspräsidentin gelte es, die Interessen des Verbands und nicht jene der Partei zu vertreten.

Konsensorientiert und erfahren

Der VCS-Zentralvorstand hatte Allemann einstimmig zur Wahl empfohlen. Sie gilt als erfahrene und gut vernetzte Verkehrspolitikerin, als konsensorientiert, freundlich, aber auch hart in der Sache.

Sie selber beschrieb sich vor den Delegierten als «Frau der Verbandsarbeit über alle Ebenen hinweg». Allemann will den VCS weiterhin gut positionieren und mit einer konstruktiven Politik für eine ökologische Verkehrswende kämpfen.

In der näheren Zukunft haben für Allemann insbesondere die VCS-Initiative «für den öffentlichen Verkehr» und der Gegenvorschlag des Bundesrats für die Finanzierung und den Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) Priorität. Weitere Themen sind der Kampf gegen eine zweite Gotthardröhre oder gegen teurere Autobahnvignetten. Mit letzteren möchte der Bundesrat den weiteren Ausbau von Strassen finanzieren.

Allemann engagiert sich seit langem in der Verkehrspolitik. Die Juristin ist seit zehn Jahren im Nationalrat, wo sie der Verkehrskommission angehört. Ausserdem ist sie Mitglied des VCS-Zentralvorstands.

Pointiert und originell

Die Grünen erhoben mit der 29-jährigen Berner Nationalrätin Aline Trede ebenfalls Anspruch auf das Präsidium. Trede steht für ein pointierteres Auftreten und hatte sich in der Vergangenheit verschiedentlich mit originellen Kampagnen in Szene gesetzt. «Lieber angreifbar als unsichtbar», sagte sie denn auch am Samstag vor den Delegierten in Bern.

Unter den Delegierten wurde am Samstagnachmittag rege diskutiert, wem der Vorzug zu geben sei. Allemann attestierten verschiedene Votanten strategisches Geschick, grosse Erfahrung und Kompromissbereitschaft.

Für Trede wurden etwa ihre Frische und Dynamik sowie ihre Kampagnenerfahrung ins Feld geführt. In den Voten kaum Niederschlag fanden hingegen parteipolitische Überlegungen. Schliesslich entschieden sich die Delegierten mit 47 zu 27 Stimmen im ersten Wahlgang für Allemann.

Mit über 110'000 Mitgliedern ist der VCS die wichtigste linksgrüne Verkehrsorganisation der Schweiz.

gbl/sda

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