«Erste Priorität ist, eine alternative Fluggesellschaft zu finden»

Am Tag nach dem Grounding von Skywork hat der Direktor des Berner Flughafens Mathias Gantenbein bereits Gespräche mit anderen Fluggesellschaften aufgenommen.

Der Flughafendirektor Mathias Gantenbein sucht am Tag nach dem Grounding von Skywork bereits einen Ersatz. Vorerst geht es aber darum, gestrandeten Passagieren zu helfen.

Der Flughafendirektor Mathias Gantenbein sucht am Tag nach dem Grounding von Skywork bereits einen Ersatz. Vorerst geht es aber darum, gestrandeten Passagieren zu helfen. Bild: Anthony Anex / Keystone

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Herr Gantenbein, was bedeutet das Grounding von Skywork für das Belpmoos?
Von Belp aus werden zurzeit weniger Destinationen angeflogen. Das betrifft vor allem Städteflüge. Und für den Flughafen bedeutet das Grounding, dass er ein Drittel weniger Einnahmen hat.

Das ist viel. Führen die finanziellen Engpässe dazu, dass Personal entlassen werden muss?
Das lässt sich heute nicht sagen. Wir suchen nun Gespräche mit Fluggesellschaften, die möglicherweise in die Lücke springen könnten. Das ist unsere oberste Priorität. Erst wenn diese Gespräche geführt sind, können wir sagen, wie es weitergeht.

Wie lange dauert es, bis ein möglicher Ersatz für Skywork gefunden ist?
Ein Ersatz für Skywork zu finden, ist wenig realistisch, die Fluggesellschaft hat als beheimatete Fluggesellschaft ein sehr breites Netz angeboten. Es gibt keine fixe Zeitachse. Denn letztlich beurteilen die Fluggesellschaften, ob sie eine Destination anfliegen wollen oder nicht. Dazu müssen sie den Markt analysieren und ihrem Geschäftsmodell gegenüberstellen. Jede Fluggesellschaft benötigt dazu ihr eigenes Tempo.

Sie sprechen von mehreren Fluggesellschaften, die sie angefragt haben.
Zwischen Flughäfen und Fluggesellschaften bestehen laufend Kontakte, das ist üblich. Dabei tauscht man sich über mögliche neue Streckenaufnahmen aus. In Bern deckte Skywork bisher viele Ziele ab, die für Bern von Interesse sind.

Hat man das Grounding nicht kommen sehen, sodass die eine oder andere Gesellschaft schon in den Startlöchern ist?
Ich denke, die wenigsten hatten dies gestern Abend erwartet. Inwiefern sich Fluggesellschaften gegenseitig beobachten, kann ich nicht beurteilen.

Was bedeutet das Grounding für all die Leute, die ihre Herbstferien mit Skywork gebucht haben?
Dazu können sich am besten die Reisebüros äussern. Nebst den Mitarbeitenden von Skywork sind die Passagiere heute die Hauptbetroffenen des Groundings. Denjenigen, die sich am Flughafen einfinden, versuchen wir zu helfen.

Wie?
Wir helfen ihnen, einen anderen Flug zu buchen oder an den Berner Bahnhof zu kommen. Heute Morgen gab es Duzende Flugreisende, die bei uns ohne Vorkenntnisse zum Check-in gekommen sind. Wir gehen davon aus, dass die Anzahl in den nächsten Tagen zurückgehen wird. Gleichzeitig geht der Flughafenbetrieb weiter. Gerade sehe ich, wie rund 100 Personen in eine Maschine von Helvetic Airways einsteigen.

Der Flughafen soll in einer vierten Etappe für rund 18 Millionen Franken ausgebaut werden. Bedeutet das Grounding von Skywork, dass das Projekt jetzt auch stillgelegt werden muss?
Das kann ich heute am Tag nach dem Grounding nicht sagen. Unsere erste Priorität ist es, zu versuchen, den eintreffenden Passagieren von Skywork zu helfen und eine alternative Fluggesellschaft zu finden. Strategische Fragen stehen da nicht im Vordergrund. Zuerst führen wir die Gespräche mit den möglicherweise interessierten Fluggesellschaften. Und dafür geben wir uns etwas Zeit. Der Ausgang der Gespräche ist aber offen.

Vorausgesetzt es gelingt, einen Nachfolger für Skywork zu finden, und der Ausbau des Flughafens erscheint nach wie vor sinnvoll. Wann soll dann mit dem Bau begonnen werden?
Der Masterplan sieht vor, dass der Bau 2022 fertig ist. Für die Tiefbauten liegt bereits eine Baubewilligung vor. Für die Hochbauten steht sie noch aus. Auch die Finanzierung ist noch nicht völlig geklärt. Der detaillierte Zeitplan ist also noch offen. (Der Bund)

Erstellt: 30.08.2018, 17:47 Uhr

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