Ein Junger, ein Unbekannter

Die bernische SVP schickt zwei sehr unterschiedliche Kandidaten ins Rennen um die freien Regierungsratssitze.

Der Junge: Lars Guggisberg (links). Der Unbekannte: Pierre-Alain Schnegg.

Der Junge: Lars Guggisberg (links). Der Unbekannte: Pierre-Alain Schnegg.

(Bild: Keystone/zvg)

Basil Weingartner@bwg_bern

2010 wurde Lars Guggisberg gleich bei seinem ersten Versuch in den Grossen Rat gewählt. Im vergangenen Jahr wurde der 38-jährige Kirchlindacher in seinem Wahlkreis mit einem Glanzresultat wiedergewählt; bei den Nationalratswahlen vom vergangenen Wochenende landete der studierte Jurist und Geschäftsführer der Sektionen Biel und Seeland des Handels- und Industrievereins auf dem ersten Ersatzplatz der SVP-Liste. Im grossen Rat politisiert Guggisberg nicht ohne Widersprüchlichkeiten: Einerseits setzt er sich vehement für Steuersenkungen und eine strenge Haushaltspolitik ein. Andererseits richteten sich seine Vorstösse auch immer wieder gegen Sparmassnahmen. So gelang es Guggisberg – er ist Vorstandsmitglied des kantonalen Spitex­verbandes – Sparmassnahmen bei der Heimpflege rückgängig zu machen.

Bereits Guggisbergs Vater Rudolf hatte bis 2007 im Kantonsparlament politisiert. Sohn Lars pflegt sein Image als braver Familienvater. Doch offenbar hat er auch eine andere Seite. Auf seinem Twitter-Profil nannte er sich bis vor kurzem «extremely wicked» – auf Deutsch: «extrem bösartig». Nun, nach der Bekanntgabe seiner Kandidatur, nennt er sich auch auf Twitter schlicht und magistraler «Lars Guggisberg».

Wenig bekannter Bernjurassier

Auf der kantonalen Politbühne ist Pierre Alain Schnegg noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Er politisiert erst seit eineinhalb Jahren im Berner Rathaus. Der 52-Jährige aus Champoz sicherte sich 2014 den letzten der vier bern­jurassischen SVP-Sitze. Dabei erhielt der Ingenieur rund 40 Prozent Stimmen weniger als Manfred Bühler, der bei der letzten Ausmarchung um den Jurasitz nur knapp an SP-Mann Philippe Perrenoud scheiterte. Bei den Nationalratswahlen schaffte es Schnegg nicht auf die SVP-Liste.

Der Ingenieur präsidiert unter anderem den Verwaltungsrat der Hôpital du Jura bernois SA, welche die öffentlichen Spitäler im Berner Jura betreibt. Innerhalb der Partei weibelt er zurzeit für einen Gegenvorschlag zur Spitalstandortinitiative. Damit will er die Annahme der aus SVP-Kreisen stammenden Initiative verhindern. Gleichzeitig will er mehr Staatsgelder für den Erhalt der Landspitäler einsetzen. Seit seiner Wahl in den grossen Rat zeichnet sich Schnegg als emsiger Vorstossschreiber aus. Dies in einem thematisch breiten Gebiet: Er weibelt etwa für eine vierspurige Autobahn durch die Taubenlochschlucht, für eine staatliche Kostenbeteiligung bei der Lehrlingsausbildung oder für einen Abbau des Staatspersonals um zehn Prozent.

Der Bund

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt