Initiativkomitee kritisiert grosse Berner Spitalhochzeit

Das Komitee hinter der Spital-Standort-Initiative übt Kritik am Zusammenschluss der Spitalnetz-Gruppe mit dem Inselspital.

Verschiedene Experten warnten vor der Fusion der Spitalnetz-Gruppe mit dem Inselspital.

Verschiedene Experten warnten vor der Fusion der Spitalnetz-Gruppe mit dem Inselspital.

(Bild: Valérie Chételat (Archiv))

Das Tiefenauspital als wichtigster Spital-Grundversorger in der Stadt Bern werde zu Gunsten einer «universitären Gross-Spital-Idee geopfert», so die Befürchtung.

An der Medienkonferenz des Komitees am Dienstag warnten verschiedene Exponenten aus der Politik und dem Gesundheitswesen vor der angestrebten Zentralisierung der Spitalversorgung. Sie wirke sich negativ auf Patienten, Pflegefachleute, Spitalärzte und die zuweisende Ärzteschaft aus.

«Berner Kantonsregierung verhält sich in der Sache zu passiv»

Ein universitäres Zentrumsspital sei nur für hochspezialisierte Behandlungen notwendig. Ansonsten suchten die Patienten aber Nähe, Vertrautheit und ganzheitliche Betreuung in überschaubarer Umgebung. Die Zentralisierung müsse auf Stufe der Regionalspitäler gestoppt werden, forderte deshalb Prof. Dr. med Hans R. Baur laut Redetext.

Die wichtige Balance zwischen dezentraler Grundversorgung und universitärem Zentrumsbetrieb gerate im Kanton Bern derzeit aus den Fugen, betonte auch der Gesundheitsökonom Markus Stadler. Dazu komme, dass die Berner Kantonsregierung sich in der Sache zu passiv verhalte, kritisierte SVP-Nationalrat Rudolf Joder.

Spitalstandorte erhalten

Entstanden ist das Komitee ursprünglich aus dem Kampf für den Erhalt der Geburtenabteilung am Spital Riggisberg. Im Sommer lancierte es eine Initiative, mit der erreicht werden soll, dass die aktuellen Standorte der öffentlichen Spitäler und deren Angebote mindestens acht Jahre gesichert bleiben. Das Komitee will nun will seine Unterschriftensammlung auf die Region Bern ausweiten.

Verwaltungsrat bekennt sich zu Spitalstandorten

Der Verwaltungsrat des Inselspitals und der Spitalnetzgruppe meldete sich am Dienstag ebenfalls zu Wort und bekräftigte sein Bekenntnis zu den Spitalstandorten Aarberg, Münsingen und Riggisberg, wie aus einer entsprechenden Mitteilung hervorgeht.

Diese Spitäler stellten die Grundversorgung in ihrer Region sicher und sorgten für eine gute Vernetzung mit den regionalen Zuweisern. Derzeit werde das künftige Leistungsangebot der Spitäler erarbeitet. Entscheide sollen Ende Oktober fallen.

«Personalsituation derzeit stabil»

Während sich für die Spitäler Aarberg und Münsingen bereits Entwicklungspfade abzeichneten, brauche es für Riggisberg eine Gesamtschau. Der Verwaltungsrat erteilte deshalb den Auftrag, zusätzliche Schritte zur Sicherung des Standorts Riggisberg auszuarbeiten, wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht. Für die Zukunft des Spitals sei eine Diskussion zwischen Spital, niedergelassenen Ärzten und Politik nötig.

Weiter betonte der Verwaltungsrat, dass sich die Personalsituation in den Stadt- und Portalspitälern derzeit stabil sei.

jur/sda

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