Chliforst-Gegner zweifeln an Anteners Unabhängigkeit

Grüne und SVP wollen die Zusammenarbeit von SBB und BLS nochmals prüfen.

Bernhard Antener weist die Zweifel an seiner Arbeit zurück.

Bernhard Antener weist die Zweifel an seiner Arbeit zurück.

(Bild: Franziska Scheidegger)

Naomi Jones

Das neue Mandat des ehemaligen SP-Grossrats Bernhard Antener wirft hohe Wellen. Am Freitag wurde bekannt, dass er anstelle der abtretenden Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer (SP) in den Verwaltungsrat der BLS gewählt worden ist. Die Entschädigungen der normalen Verwaltungsratsmitglieder betragen zwischen 30'000 bis 40'000 Franken. Sowohl SVP-Grossrat Thomas Fuchs als auch die grüne Grossrätin Simone Machado Rebman (GaP) zusammen mit Thomas Brönnimann (GLP) reichten Anfragen an den Regierungsrat zum Thema ein.

Die SVP, die IG Riedbach und der Verein Chliforst kritisierten die Wahl in Medienmitteilungen. Sie ziehen insbesondere Anteners bisher geleistete Arbeit in Zweifel und fordern, dass der Standort Biel nochmals geprüft werde. Denn bis Anfang Februar war Antener Präsident der unabhängigen Begleitgruppe Werkstätte BLS. Die Begleitgruppe sollte zusammen mit verschiedenen Interessenvertretern mögliche Standorte für den Bau der BLS-Werkstätten prüfen.

Die BLS selbst hatte die Begleitgruppe 2015 als unabhängiges Gremium ins Leben gerufen. Grund war der massive Widerstand von Grünen und Anwohnern gegen den geplanten Bau der Werkstätte am Standort Chliforst-Nord. Anfang Februar wurde die Begleitgruppe frühzeitig aufgelöst. Sie hatte bis dahin keinen alternativen Standort für die Werkstätte gefunden.

Theiler fühlt sich «versetzt»

Doch Anteners Verwaltungsratssitz wirft Fragen zum Resultat auf. Seit wann wusste er um das neue Mandat und vertrat er damit bereits die Interessen der BLS? Machado und Brönnimann fordern daher vom Regierungsrat, dass vor allem die Zusammenarbeit von BLS und SBB mit einer gemeinsamen Werkstätte in Biel nochmals vertieft geprüft werde. Sie unterstellen Antener, dass er in dieser Frage nicht unabhängig gewesen sei und die Möglichkeit zu früh habe fallen lassen. Dieser Meinung ist auch der grüne Stadtrat Luzius Theiler (GaP), der Mitglied der Begleitgruppe war.

Er fühlt sich von Antener «versetzt». Die Möglichkeiten zur Einflussnahme seien immer weniger geworden. «Antener führte die Sitzungen autoritär und setzte an der letzten Sitzung die Begleitgruppe mit der Ankündigung, er würde ohnehin nicht mehr weitermachen, unter Druck», erzählt Theiler. Bernhard Antener weist die Vorwürfe entschieden von sich. Er sei Ende Januar von der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE), der Barbara Egger vorsteht, angefragt worden, ob er sich am Bewerbungsverfahren für den Verwaltungsratssitz beteiligen wolle.

Nach einer kurzen Bedenkzeit habe er am 7. Februar seine Unterlagen eingereicht. Darin habe er ausdrücklich auf seine Rolle als Präsident der Begleitgruppe hingewiesen. Dass er dort bereits die Interessen seines künftigen Mandatgebers vertreten habe, sei absurd. Die Begleitgruppe sei mit 14 zu 3 Stimmen aufgelöst worden. Denn die Überprüfung weiterer Standorte wie Olten oder Brig mit detaillierter Kostenberechnung hätte einen sechsstelligen Betrag gekostet, sagt er. «Dies für eine Lösung, an die niemand wirklich glaubte.» Die Begleitgruppe sei nur aus sachlichen Gründen aufgelöst worden.

Eine Lanze für Antener bricht Adrian Haas (FDP), der für den Handels und Industrieverein des Kantons Bern (HIV) in der Begleitgruppe sass. «Er wirkte als Präsident unvoreingenommen», sagt Haas über Antener. Die zeitliche Nähe der beiden Mandate findet aber auch Haas problematisch. «Das wirft ein anderes Licht auf die Begleitgruppe.

Der Bund

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