Bund gibt Bern mehr Spielraum bei Umbau von alten Bauernhäusern

Der Kanton Bern erhält mehr Spielraum, wenn er Anpassungen von Gebäuden ausserhalb der Bauzonen bewilligen muss.

Im Kanton Bern werden die Gesetze, wenn es um den Umbau von alten Bauernhäusern geht, gelockert.

Im Kanton Bern werden die Gesetze, wenn es um den Umbau von alten Bauernhäusern geht, gelockert. Bild: Franziska Rothenbühler

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Darauf haben sich Regierungsrat Christoph Neuhaus und das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) geeinigt. Die neuen Bestimmungen gelten ab sofort für alle Ausnahmegesuche, wie der Kanton Bern und das Bundesamt am Donnerstag mitteilten. Betroffen sind Wohnbauten ausserhalb der Bauzonen, die vor 1972 erstellt wurden. Im Kanton Bern befinden sich mehr als 120'000 Bauten ausserhalb der Bauzone. Darunter sind viele Bauernhöfe, aber auch etwa Berggasthöfe und Hornusserhütten. Will sie der Besitzer als Wohnung nutzen oder energetisch sanieren, darf er die Fläche unter bestimmten Voraussetzungen erweitern.

So sieht es die Raumplanungsgesetzgebung des Bundes vor. Der Kanton Bern sei bei der Beurteilung der Baugesuche aber zu grosszügig, kritisierte das Bundesamt für Raumentwicklung vor Jahresfrist. Der Kanton zog daraus die Konsequenzen und erteilte Ausnahmebewilligungen seither nur noch sehr restriktiv.

Grosszügigere Praxis

Nun haben sich Bund und Kanton auf eine grosszügigere Praxis geeinigt. Neu oder wieder möglich sind beispielsweise weitere Anpassungen an eine zeitgemässe Wohnnutzung.

So können in gewissen Fällen kleine Wohnhäuser mit kleinen Zimmern erweitert sowie im Dachgeschoss die Raumhöhen und der Lichteinfall mittels Dachaufbauten verbessert werden.

Auch Anbauten, die für eine energetische Sanierung nötig sind, können bewilligt werden, sofern sich für die Installation innerhalb des Gebäudes kein Platz dafür findet. Schliesslich sind Erweiterungen gegen aussen denkbar, wenn gestalterisch störende Gebäude abgerissen und durch gut integrierte Neubauten ersetzt werden. In jedem Fall muss jedoch geprüft werden, ob die Identität des Gebäudes im Wesentlichen gewahrt bleibt. Der Gesuchsteller muss zudem belegen, dass der Ausbau für das zeitgemässe Wohnen notwendig ist.

Freude im Oberland

Die Volkswirtschaft Berner Oberland begrüsst die neue Praxis. Erwirkt hätten sie die Nationalräte aus dem Berner Oberland, heisst es in einem Communiqué. «Dank unserem gemeinsamen Engagement konnte eine Einigung auf eine vernünftige Umsetzung in der Praxis erreicht werden», erklärte GLP-Nationalrat Jürg Grossen. «Ich bin froh, dass die Anliegen der Gemeinden und der Bevölkerung aufgenommen wurden», ergänzte SVP-Nationalrat Albert Rösti. (mer/sda)

Erstellt: 14.09.2017, 10:22 Uhr

Artikel zum Thema

Im Kanton Bern werden zu viele Bauernhäuser umgebaut

Der Bund verlangt vom Kanton Bern eine strengere Praxis beim Bauen ausserhalb des Baugebiets. Über hundert Verfahren sind sistiert. Mehr...

300 bernische Gemeinden ohne neues Bauland

Die meisten Gemeinden im Kanton Bern bekommen kein neues Bauland mehr, mancherorts müssen sogar die Reserven verkleinert werden. Mehr...

Denkmalschutz endet nicht an der Fassade

Braucht das alte Berner Bauernhaus Schutz, damit es erhalten bleibt, oder keinen Schutz, damit es wandelbar und bewohnbar bleibt? Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Newsletter

Jeden Morgen. Montag bis Samstag.

Die besten Beiträge aus der «Bund»-Redaktion. Jetzt den neuen kostenlosen Newsletter entdecken!

Kommentare

Werbung

Immobilien

Die Welt in Bildern

Schmucke Brille: Ein Model führt in Mailand die neusten Kreationen von Dolce und Gabbana vor. (24. September 2017)
(Bild: Antonio Calanni/AP) Mehr...