Büro des Grossen Rats gegen Wechsel zu Schriftdeutsch

Im bernischen Grossen Rat sollen die Grossrätinnen und Grossräte auch weiterhin Berndeutsch sprechen können.

Im Grossen Rat darf weiterhin Berndeutsch gesprochen werden.<p class='credit'>(Bild: Valérie Chételat)</p>

Im Grossen Rat darf weiterhin Berndeutsch gesprochen werden.

(Bild: Valérie Chételat)

In der kantonalen Politik soll immer noch Dialekt gesprochen werden. Dieser Meinung ist das Büro des Kantonsparlaments. Es lehnt einen parlamentarischen Vorstoss aus den Reihen der Grünen, die das ändern möchten, ab. In der am Montag veröffentlichten Antwort schreibt das Büro, eine Abkehr von der Mundart sei in den letzten Jahren wiederholt zur Diskussion gestellt, aber immer verworfen worden. Erst kürzlich habe sich das Kantonsparlament - bei der Totalrevision der Grossratsgesetzgebung - wieder damit befasst.

Ausserdem fordere die Motion keinen vollständigen Verzicht auf Mundart noch Abstriche bei der Simultanübersetzung im Rathaus. Deshalb wäre das Sparpotenzial gering. Die Grünen schlagen im Vorstoss vor, die Geschäftsordnung des Kantonsparlaments so zu ändern, dass die Beratungen im Plenum und die Wortmeldungen der Regierungsmitglieder «hauptsächlich auf Schriftdeutsch und Französisch erfolgen».

Viel Übersetzungsarbeit

Es sei ineffizient, wenn Grossräte und Regierungsmitglieder ihre Wortbeiträge in der Hochsprache vorbereiteten, dann aber im Rat Mundart sprächen und die Wortbeiträge fürs Protokoll wieder zurück in die Schriftsprache übertragen würden. Ausserdem sei ja der Kanton Bern ein zweisprachiger Kanton.

Das Büro des Grossen Rats besteht aus den drei Mitgliedern des Grossratspräsidiums, den fünf Stimmenzählern und dem Präsidenten der Deputation, also der Gruppe der französischsprachigen Grossratsmitglieder. Zu seinen Aufgaben gehört es unter anderem, die Wahl und Abstimmungsresultate zu ermitteln und zu entscheiden, welche Vorstösse als dringlich erklärt werden.

mer/sda

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